25.05.2020

Infektionsschutz in Kindergarten und Kindertageseinrichtung

Viele Kindertageseinrichtungen öffnen in diesen Tagen ihre Pforten und nehmen nach längerer Schließung wieder Kinder auf. Für die Leitung der Einrichtungen und die Beschäftigten ist die Einhaltung des Infektionsschutzes eine besondere Herausforderung, nicht nur hinsichtlich einer sicheren Gestaltung der Abläufe. Auch die Kinder und die Eltern müssen in ein Schutzkonzept eingebunden werden.

Kleines Kind wäscht sich die Hände: Eine wichtige Voraussetzung für Infektionsschutz im Kindergarten

Generell gelten auch für den Infektionsschutz in Kindergarten und Kindertagesstätte die allgemeinen Empfehlungen:

  • Häufiges Händewaschen,
  • Abstandsgebot nach Möglichkeit von mindestens 1,5 Metern und
  • die Einhaltung der Nies- und Hustregeln

sind grundlegende Verhaltensweisen, die eine Infektion verhindern können. Mitarbeiter sollten darüber hinaus auf freiwilliger Basis auf personenbezogene Schutzmaßnahmen (Tragen von Mund-Nasen-Schutz) zurückgreifen dürfen.

Welche Kinder dürfen wieder in Kindergarten und Kita?

Die Erfahrung lehrt, dass Eltern Kinder oft auch dann in die Kindertageseinrichtung bringen, wenn sie Krankheitssymptome zeigen. Schreiben und sprechen Sie die Eltern am besten gleich aktiv auf ihre Verantwortung an:

  • Wenn Kinder Symptome wie Fieber, Durchfall, Husten, Hals- und Gliederschmerzen, Störung des Geschmacks- bzw. des Geruchssinns oder Atemprobleme zeigen, dürfen sie auf keinen Fall die Einrichtung betreten. Die Beschäftigten sollten die Übergabe von Kindern, die offensichtliche Symptome aufweisen, verweigern.
  • Zeigen Kinder während des Aufenthalts Symptome, sind sie unmittelbar zu isolieren und es ist zu veranlassen, dass sie von den Eltern abgeholt werden. Für solche Verdachtsfälle sollten Sie einen eigenen Notfallplan erstellen.
  • Zu beachten sind auch die Regelungen des örtlichen Gesundheitsamts. In vielen Fällen ist dieses zu benachrichtigen und die weitere Vorgehensweise abzusprechen.

Schwierige und konfliktreiche Diskussionen, ob denn nun ein Kind Krankheitssymptome zeige oder nicht, lassen sich durch definierte Regeln („Hausregeln“) vermeiden. Diese werden von der Leitung und den Beschäftigten ausgearbeitet und müssen von den Eltern unterschrieben werden. So können Sie gegebenenfalls klar argumentieren, dass ein Kind die Einrichtung nicht betreten darf bzw. abgeholt werden muss.

Die wichtigsten Maßnahmen für den Infektionsschutz in Kindergarten und Kita

  • Ein Hygienekonzept erstellen.
  • Eine Gefährdungsbeurteilung für die Beschäftigten erstellen und Schutzmaßnahmen umsetzen.
  • Die Übergabe von Kindern muss möglichst kontaktfrei und im Freien stattfinden.
  • Stabile Teams organisieren, dabei ist ein Wechsel von Beschäftigten zwischen den Gruppen nach Möglichkeit zu vermeiden.
  • Tägliche Dokumentation aller Anwesenden, um im Falle einer Infektion die Schließung der Einrichtung gegebenenfalls verhindern zu können.
  • Den sicheren Umgang mit den Kindern organisieren.

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Autor: Martin Buttenmüller (Martin Buttenmüller ist Autor und Chefredakteur des Fachmagazins Arbeitsschutz-Profi AKTUELL)