Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation 09.07.2015

Industrie 4.0 begründet in der Produktion eine neue Ära

Unter dem Begriff Industrie 4.0 steht die Produktion vor der vierten industriellen Revolution. Was vor über zweihundert Jahren mit dem ersten mechanischen Webstuhl begann, wird uns vielleicht noch in diesem Jahrzehnt mit heute unglaublich erscheinenden Möglichkeiten überraschen.

Die Wirtschaft steht vor der Industrie 4.0, der nunmehr vierten industriellen Revolution in der Produktion.

Die Wirtschaft steht vor Industrie 4.0, der nunmehr vierten industriellen Revolution in der Produktion. Die Entwicklung begann 1784 mit dem ersten mechanischen Webstuhl und dem Antrieb durch Wasser- oder Dampfkraft. Anfang des 19. Jahrhunderts begründete das Fließband die zweite industrielle Revolution. Dank elektrischer Energie schien nun nichts mehr unmöglich. 1870 wurden Schlachthöfe in den USA mittels Fließbänder betrieben, dies erlaubte eine arbeitsteilige Massenproduktion. Später revolutionierte Henry Ford die Autoproduktion durch die Einführung des Fließbandes. Die dritte Stufe war und ist der Einsatz elektronischer Bauteile und der Einsatz von IT mit Beginn der 1970er Jahre. Speicherprogrammierbare Steuerungen ermöglichten von da an die Bewältigung komplexer Arbeitsaufgaben von Maschinen und Anlagen.

Wann starten wir mit Industrie 4.0?

Mit dem Internet und immer intelligenter arbeitenden Rechnern werden nun bisher undenkbar scheinende Prozesse möglich. Durch den Einsatz von Computern und global umspannenden IT-Netzstrukturen besteht theoretisch und praktisch die Möglichkeit, alles mit allem zu vernetzen. Anlagen und Maschinen in der Produktion, Betriebsmittel, Logistiksysteme, Mitarbeiter – aber auch Hersteller und Lieferanten, Kunden und Geschäftspartner. Durch das Internet getrieben, wachsen reale und virtuelle Welt zu einem Internet der Dinge zusammen. Dieser Paradigmenwechsel hin zur Industrie 4.0 wird durch die Technologie der cyber-physischen Systeme (CPS) ermöglicht und sicherlich schrittweise von statten gehen. Eine vernetzte Produktion wird sich mit der Verknappung und einer effizienteren Nutzung unserer natürlichen Ressourcen und der zunehmenden Alterung der Beschäftigten auseinandersetzen müssen. Die gesamte Entwicklung verspricht, spannend zu werden.

In der Produktion werden Mensch und Roboter zu „Kollegen“

Im Papier „Zukunftsbild Industrie 4.0“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird beispielhaft von mobilen Servicerobotern in der Produktion geschrieben. In das Jahr 2025 blickend werden uns Roboter bei der täglichen Arbeit begleiten. Über Sensoren nehmen diese Roboter akustische und optische Daten auf, interpretieren diese und leiten daraus Maßnahmen und Handlungen ab. Sie erkennen die menschlichen Kollegen, passen sich deren Verhalten an, d.h. kommt ihnen ein menschlicher Kollege gefährlich nahe, wird der Roboter ausweichen. Der Roboter wird so zu einer beträchtlichen Hilfe des Menschen, er reicht Werkzeuge heran, dreht Bauteile so, wie der „Kollege Mensch“ dies wünscht.

Die körperliche Belastung des Menschen wird sich dadurch verringern und dies ist gerade im Hinblick auf immer älter werdende Beschäftige in der Produktion zu begrüßen. Zugleich sollten neue Chancen für die Beschäftigten genutzt werden. Dazu bedarf es frischer Ideen für Arbeitsgestaltung, Kompetenzentwicklung und Prävention. Man wird diese Entwicklung hinsichtlich sicherheitstechnischer und Arbeitsschutz relevanter Belange sehr genau betrachten, um eine menschengerechte Lösung hinsichtlich Gesundheit, Demografischen Wandel und flexibler Arbeitszeitmodellen gewährleisten zu können.

Weitere Informationen zum Thema Industrie 4.0 in der Produktion bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit den Beiträgen „Zukunftsbild Industrie 4.0“ und „Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0“ an.

Autor: WEKA MEDIA Redaktion