News | Informieren und Recht 20.02.2017

Handynacken und Handydaumen kann man sinnvoll vorbeugen

Handynacken und Handydaumen können die physischen Folgen von erhöhter körperlicher Belastung durch sogenannte Smart Mobile Devices sein. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, die Gesundheitsrisiken einer intensiven Smartphone oder Tablet-Nutzung zu reduzieren. Darauf weist nun ein Review der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hin.

Einen Handynacken und Handydaumen zu bekommen, ist sehr wahrscheinlich, wenn Smartphone oder Tablet all zu häufig genutzt werden. Doch die Geräte sind sehr verbreitet und werden in der Regel heute täglich privat wie beruflich eingesetzt – in Büros, Produktionshallen, in der Logistik oder im Außendienst.

Handynacken und Handydaumen – was sind die Ursachen?

Insbesondere das Muskel- und Skelettsystem werden durch allzu intensiven Gebrauch der kleinen Telefone und Computer sehr stark beansprucht. So das Ergebnis der Übersichtsarbeit „Review zu physischer Beanspruchung bei der Nutzung von Smart Mobile Devices“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Dafür wurden 41 wissenschaftliche Studien ausgewertet.

Eine starre Körperhaltung, sich ständig wiederholende Bewegungen und damit verbundene Aktivtäten der Muskulatur sind nicht zu unterschätzen. All das führt zwangsläufig zu hohen Belastungen des gesamten Bewegungsapparats. Auch das Verfassen von Textnachrichten mit repetitiven, sehr schnellen Bewegungen erhöht das Risiko für Sehnenleiden.
Hinzu kommen schlechte oder wechselnde Lichtverhältnisse. Reflektiert oder blendet das Display, versucht die Nutzer mit einer unnatürlichen Körper- oder Kopfhaltung  abzuschatten, was das Risiko zur Entstehung des Handynacken und Handydaumen noch verstärkt.

In diesem Zusammenhang wäre sicherlich auch die besondere Belastung der Augen erwähnenswert. Dazu lagen jedoch keine ausreichenden Studien vor.

So lassen sich Handynacken und Handydaumen vermeiden

Als ein einfaches Fazit des Reviews lässt sich sagen: je seltener und kurzzeitiger Smart Mobile Devices genutzt werden, desto besser. Doch wer nicht darauf verzichten kann oder will, sollte zumindest einige Erkenntnisse aus den Studien beherzigen:

  • Die Arbeitsaufgabe sollte bestimmen, was das Gerät wiegt und wie groß der Bildschirm sein muss.
  • Auf möglichst reflexionsarme Displays achten, insbesondere wenn das Gerät überwiegend mobil und unter wechselnden Lichtverhältnisse im Einsatz ist.
  • Eine Bedienung mit beiden Daumen sollte gegenüber der Ein-Daumen-Methode vorgezogen werden.
  • Kleinere leichtere Geräte versprechen zudem weniger Haltearbeit und ein besseres Verhältnis von Display und Daumenreichweite.
  • Wird das Gerät länger anhaltend eingesetzt, dann bietet sich – nach Möglichkeit – die Nutzung einer externen Tastatur an, um den Bedienkomfort und damit auch die Körperhaltung zu verbessern. Zudem wird so die Belastung der Daumen deutlich reduziert.
  • Für Tablets gibt es geteilte virtuelle Tastaturen. Sie helfen,die intensive Streckung von Daumen und Handgelenken zu vermeiden. Die ungewohnte Lage der Tasten muss aber geübt werden.
  • Die richtige Haltungshöhe ist von der jeweiligen Arbeitssituation abhängig. Auf Kopfhöhe ist die Körperhaltung für den Nacken unproblematisch. Stärker belastet werden dann allerdings Rücken, Oberarme und Handgelenke.
  • Werden Smartphones und speziell Tablet-PCs tief gehalten oder im Schoß abgelegt, dann entlastet das Rücken- und Armmuskeln sowie Handgelenke. Allerdings ist dann häufig der Kopf/Nacken sehr stark gebeugt.
  • Ablagemöglichkeiten helfen, zusätzliche Muskelbelastung durch das Halten zu verringern.

 

Risiken für das Gesamtsystem Mensch

Die physischen Risiken mit Smart Devices ähneln denen der bisher genutzten klassischen Computer. Muskel-Skelett-Beschwerden entstehen in erster Linie infolge statischer Körperhaltung, häufiger Bewegungswiederholungen und hohen Muskelaktivitäten. Wichtig dabei ist aber, nicht nur Einzelkomponenten wie Nacken und Rücken, Hände und Augen zu betrachten sondern vielmehr die Auswirkungen auf das menschliche Gesamtsystem. Vor diesem Hintergrund wären weitere Forschungen zur Nutzung von Smart Mobile Devices sicherlich wünschenswert.

 

Download-Tipp: „Review zu physischer Beanspruchung bei der Nutzung von Smart Mobile Devices“. Den Bericht im PDF-Format gibt es im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen.

Autor: WEKA Redaktion