News | Organisation und Dokumentation 04.05.2017

GHS: Letzte Frist läuft ab

Ab 1. Juni 2017 dürfen gefährliche Stoffe und Gemische nur noch in Verkehr gebracht werden, wenn sie der GHS-Kennzeichnung entsprechen.

Jetzt wird´s ernst: Ab dem 1.6.2017 dürfen  Lösemittel, Haushaltsreiniger, Bauchemikalien oder andere Gemische nur noch verkauft werden, wenn sie nach CLP-Verordnung eingestuft und gekennzeichnet sind. Zu erkennen ist die neue Kennzeichnung an Farbe und Form der Piktogramme. Nach CLP sind das nun schwarze Symbole in einem rautenförmigen, roten Rahmen. Die bislang bekannten schwarzen Symbole in einem orangefarbenem Quadrat sind künftig nicht mehr zulässig. Kunden, denen nach dem 1. Juni 2017 noch Produkte mit „alter“ Kennzeichnung angeboten bekommen, sollten diese zurückweisen.

Weltweit einheitliche Standards

Die Umsetzung der CLP-Verordnung durch die Europäische Union ergab sich aus den Empfehlungen der Vereinten Nationen zum sogenannten Global Harmonisierten System (GHS). Der Schritt war notwendig, um die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung (Classification, Labelling, Packaging) von Chemikalien weltweit zu vereinheitlichen. Schrittweise werden nun erst Stoffe und danach Gemische neu gekennzeichnet. Ziel dabei war es, den Verantwortlichen ausreichend Zeit für die Umstellung einzuräumen. Hersteller, Importeure und Formulierer konnten so die neuen Regelungen kennenlernen und entsprechende Änderungen einleiten.

Zweijährige Übergangsfrist für GHS-Kennzeichnung endet

Waren Gemische vor dem 1. Juni 2015 bereits in Verkehr gebracht oder im Verkaufsregal, dann konnten sie in den letzten zwei Jahren noch mit der bisherigen Gefahrstoffkennzeichnung verkauft werden. Die engültig letzte Abverkaufsfrist endet aber nun zum 1. Juni. Händler dürfen ab dann nur noch Gemische verkaufen, die nach der neuen CLP-Verordnung eingestuft und gekennzeichnet sind. Daher ist das Datum für sie von großer Bedeutung. Für die überwiegende Anzahl der Gemische ist es den Lieferanten aber gelungen, rechtzeitig neu zu kennzeichnen und „alte“ Ware abzuverkaufen.

Wie aber ist kurz vor Ablauf der Frist mit Restbeständen in den Verkaufsregalen umzugehen? Diese sollte man in Verkaufsstellen, bei denen eine Selbstbedienung durch die Kunden möglich ist, entfernt werden. Auch das Personal z.B. im Lager muss informiert sein, damit nicht noch versehentlich Gemische mit abgelaufener Kennzeichnung verkauft werden.

Waren, die auch zum Stichtag noch mit den veralteten Etiketten ausgerüstet sind, könnten umetikettiert, oder alternativ an den Lieferanten zurück gegeben werden. Wichtig dabei ist, geeignete Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu ergreifen. Eventuell könnte man Vorlieferanten nach geeigneten Etiketten mit der neuen Kennzeichnung fragen.

Es gibt auch Ausnahmen

Von der Frist am 1.6.2017 nicht betroffen sind gewerbliche, aber auch private Anwender, die Gemische mit der bisherigen Kennzeichnung erworben haben und diese selbst aufbrauchen und nicht weiterverkaufen. Auch für eine Verwendung innerhalb des Betriebs muss die Kennzeichnung nicht umgestellt werden. Bei einer geänderten Einstufung müssen die Betriebsanweisungen allerdings eindeutige Umgangsvorschriften für beide Optionen enthalten. So wird dem alten und neuen Einstufungs- und Kennzeichnungssystem Rechnung getragen.

Autor: WEKA Redaktion