Fachbeitrag | Informieren und Recht
12.01.2015

Gesund arbeiten im Büro – Arbeitsplatz rückengerecht einrichten

Etwa 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten an einem Bildschirm- oder Büroarbeitsplatz und verbringen etwa 80 Prozent ihrer Arbeitszeit im Sitzen.

© endopack /​ istock 7 Thinkstock

Was sich zunächst bequem anhört, erweist sich in der Praxis zunehmend als erhebliche Belastung, da dauerhaftes Sitzen zu Verspannungen und Rückenschmerzen führen kann. Wie sollte ein rückengerecht ausgestatteter Büroarbeitsplatz aussehen? Im Folgenden finden Sie wichtige Tipps und Ratschläge zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen.

Platzverhältnisse am Bildschirmarbeitsplatz:

  • Der Bildschirmarbeitsplatz sollte über ausreichend Platz verfügen und mindestens 8-10 m2 groß sein (ASR A 1.2).
  • Auch sollte hinter jedem Schreibtisch eine Bewegungsfläche von 1,5 m2 zur Verfügung stehen (ASR A 1.2).

Lichtverhältnisse am Bildschirmarbeitsplatz

  • Am Bildschirmarbeitsplatz sollte ausreichend Tageslicht (Sichtverbindungsflächen) vorhanden sein (Ziff. 3.4 Anhang zur ArbSättV i.V.m. DGUV Information 215-011).
  • Auch bei fehlendem Tageslicht muss eine künstliche Beleuchtung mindestens 500 Lux am Bildschirmarbeitsplatz erreichen (ASR A3.4).
  • Die Beleuchtung am Bildschirmarbeitsplatz kann individuell durch Arbeitsplatzlampen, ggf. Tageslichtlampen ergänzt werden.

Anforderungen an Bildschirme

  • Auf jeden Fall sollte ihr Bildschirmarbeitsplatz über einen entspiegelten Bildschirm verfügen.
  • Des Weiteren sollen Bildschirme und Schreibtische stets mit Blickrichtung parallel zur Fensterfront aufgestellt sein, um Reflexionen und Blendungen zu vermeiden.
  • Der Sehabstand zum Bildschirm sollte etwa 50-80 cm betragen, die Oberkante des Bildschirms sollte sich höchstens auf Augenhöhe befinden, am besten sollte der Bildschirm zur Entlastung der Nackenmuskulatur, mit einem nach unten gerichtetem Blick betrachtet werden können.

Ergonomische Tische und Stühle

  • Verwenden Sie höhenverstellbare Schreibtische und Bürostühle für einen ergonomisch ausgerichteten Büroarbeitsplatz.
  • Dabei sollten Sie beachten, dass beim Sitzen  die Unterarme etwa waagerecht zur Tischplatte verlaufen und Ober- und Unterschenkel zueinander einen Winkel von 90 Grad oder mehr bilden, die Füße sollten mit der ganzen Fläche den Boden berühren (ggf. Fußstützen einsetzen).
  • Tastatur und Bildschirm sollten so auf dem Schreibtisch angeordnet sein, dass sie immer direkt vor dem Beschäftigten stehen.

Das können Sie selbst tun!

  • Achten Sie auf ein dynamisches Sitzen und lehnen Sie sich öfter einmal nach hinten oder nach vorne.
  • Wechseln Sie zwischen Sitzen und Stehen: das abwechselnde Arbeiten im Stehen und im Sitzen am höhenverstellbaren Schreibtisch führt gleichzeitig zur Aktivierung und Entlastung verschiedener Muskelgruppen.
  • Unterbrechen Sie Ihre Tätigkeit durch aktive Bewegungspausen.

Achtung!

Als Arbeitgeber müssen Sie ihren Beschäftigten regelmäßig aktiv die arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem DGUV Grundsatz G37 „Bildschirmarbeitsplätze“, ggf. auf Wunsch auch die G46 „Belastungen des Muskel- und Skelettsystems…“ anbieten, sowie regelmäßige Begehungen der Arbeitsplätze und Unterweisungen durchführen. Anforderungen, wie ergonomische Maus, Tastatur, Lordosestütze etc. infolge von Erkrankungen (z.B. Carpaltunnelsyndrom, rheumatischer Formenkreis) sollten zeitnah bereitgestellt werden können.

Autor: Stefan Johannsen

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