19.11.2018

Gefahrstoffe sicher bereitstellen

Die meisten Unternehmen verfügen über ein sicheres Gefahrstofflager. Doch in der täglichen Praxis müssen Gefahrstoffe zur Verarbeitung im Unternehmen bereitgestellt und dazu transportiert und zwischengelagert werden. Die wichtigsten Sicherheitsregeln sind in der TRGS 510 „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“ konkretisiert.

Gefahrstoffe-bereitstellung

Tipp 1: So wenig Gefahrstoffe wie möglich außerhalb des Gefahrstofflagers

Grundsätzlich gilt: Die Arbeit sollte so organisiert werden, dass außerhalb des eigentlichen Gefahrstofflagers so wenige Gefahrstoffe wie möglich bereitgestellt werden.

Hier ist allerdings eine Abwägung gegenüber den Transportrisiken vorzunehmen: Denn geringe Bereitstellungsmengen bedeuten mehr Gefahrstofftransporte, die wiederum ihre eigenen Risiken mit sich bringen.

Tipp 2: Sorgen Sie für kurze Bereitstellungszeiten

Wer Gefahrstoffe nur kurzfristig bereitstellt und diese innerhalb einer Schicht verarbeitet, muss die Regelungen der TRGS 510 nicht beachten. Erst wenn die Bereitstellung länger als 24 Stunden oder über den darauffolgenden Werktag hinaus dauert, wird daraus eine Lagerung.

Beobachten Sie unter diesem Gesichtspunkt die Bereitstellungspraxis in Ihrem Unternehmen und greifen Sie gegebenenfalls ein, wenn Bereitstellungen zu lange dauern.

Dringen Sie bei den Verantwortlichen entweder darauf, dass die Bereitstellungszeiten verkürzt werden (indem die Gefahrstoffe erst kurz vor ihrem Verbrauch aus dem eigentlichen Gefahrstofflager entnommen werden), oder definieren Sie die Bereitstellungsorte als Gefahrstofflager, die nach TRGS 510 sicher sein müssen. Betroffen sind auch kleine Mengen, es sei denn, sie sind wie Farben oder Sprays häufig im Einsatz.

Anforderungen an Zwischenlagerungen gemäß TRGS 510

Wenn Sie nur kleine Mengen lagern, können Sie die Gefahrstoffe auch außerhalb spezieller Lagerräume zwischenlagern:

  • Lagern Sie die Gefahrstoffe dicht verschlossen und nach Möglichkeit im Originalgebinde.
  • Prüfen Sie bei entzündlichen Gefahrstoffen, dass keine Zündquellen in der Nähe sind.
  • Achten Sie darauf, dass die Gefahrstoffe in Auffangwannen gelagert sind und bei Gebinden, die weniger als 20 Liter umfassen, der Boden dicht ist.
  • Spraydosen und Druckgaskartuschen dürfen keinen Wärmequellen (z. B. auf Fensterbrettern der Sonneneinstrahlung) ausgesetzt sein.
  • Der Ort der Zwischenlagerung darf für die Arbeitnehmer keine Gefährdung darstellen. Entsprechend ungeeignet sind Verkehrswege und Aufenthaltsräume.

Wenn für die Zwischenlagerung die zulässigen Lagermengen überschritten werden, können Sie eine Lagerung an speziellen Lagerorten vermeiden, indem Sie Sicherheitsschränke aufstellen.

Mehr dazu, vor allem auch zur Bereitstellung und Zwischenlagerung von Gefahrstoffen im Freien, finden Sie in Arbeitsschutz-Profi AKTUELL“, Ausgabe 14/2018.

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Autor: Markus Horn