21.01.2022

Gefährdungsbeurteilung für biologische Arbeitsstoffe

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Bei Tätigkeiten, die den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen umfassen, ist eine Gefährdungsbeurteilung biologische Arbeitsstoffe von besonderer Wichtigkeit. Biologische Arbeitsstoffe wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten können beim Menschen Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen. Bei Tätigkeiten, die den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen umfassen, ist daher eine Gefährdungsbeurteilung von besonderer Wichtigkeit. Die wichtigsten Regelungen dazu finden sich in der Biostoffverordnung und den technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA).

Vorschriften und Rechtsprechung

  • Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Infektionsschutzgesetz (IfSG)
  • Biostoffverordnung (BioStoffV)
  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
  • Gentechnik-Sicherheitsverordnung (GenTSV)
  • Technische Regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA)
  • Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)

Risikogruppen

Grundlegend für die Gefährdungsbeurteilung für biologische Arbeitsstoffe ist die Einstufung der Stoffe in verschiedene Risikogruppen. Diese werden entsprechend dem von ihnen ausgehenden Infektionsrisiko eingestuft und in § 3 der Biostoffverordnung angegeben:
  • Risikogruppe 1: biologische Arbeitsstoffe, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie beim Menschen eine Krankheit verursachen
  • Risikogruppe 2: biologische Arbeitsstoffe, die eine Krankheit beim Menschen hervorrufen können und eine Gefahr für Beschäftigte darstellen können; eine Verbreitung des Stoffs in der Bevölkerung ist unwahrscheinlich; eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung ist normalerweise möglich.
  • Risikogruppe 3: biologische Arbeitsstoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen können und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen können; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung kann bestehen, doch ist normalerweise eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung möglich.
  • Risikogruppe 4: biologische Arbeitsstoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung ist unter Umständen groß; normalerweise ist eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung nicht möglich.

Informationen für die Gefährdungsbeurteilung

Der Arbeitgeber hat vor Aufnahme der Tätigkeit mit biologischen Arbeitsstoffen gemäß § 5 BioStoffV die Informationen zu beschaffen, die für die Gefährdungsbeurteilung erforderlich sind:
  • die ihm zugänglichen tätigkeitsbezogenen Informationen über die Identität, die Einstufung und das Infektionspotenzial der vorkommenden biologischen Arbeitsstoffe sowie die von ihnen ausgehenden sensibilisierenden und toxischen Wirkungen
  • tätigkeitsbezogene Informationen über Betriebsabläufe und Arbeitsverfahren
  • Art und Dauer der Tätigkeiten und damit verbundene mögliche Übertragungswege sowie Informationen über eine Exposition der Beschäftigten
  • Erfahrungen aus vergleichbaren Tätigkeiten, Belastungs- und Expositionssituationen und über bekannte tätigkeitsbezogene Erkrankungen sowie die ergriffenen Gegenmaßnahmen
Autor*in: WEKA Redaktion

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