Fachbeitrag | Informieren und Recht
12.01.2015

Führungsqualitäten: Gesunde Führung im Unternehmen zahlt sich aus

Der Krankenstand, aber auch der Präsentismus im Unternehmen wird oft als Schicksal hingenommen. Dabei wird übersehen, dass Führungskräfte die Anwesenheitsquote, Leistungsbereitschaft und –fähigkeit in ihren Abteilungen mit prägen.

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Führungskräfte haben nicht nur die Sach- oder Fachaufgabe zu erfüllen, sie haben daneben auch eine Beziehungsaufgabe. Diese Mitarbeiter-Vorgesetzten Beziehung hat einen Einfluss auf die Gesundheit des Mitarbeiters. Eine gesunde Führung bringt  Früchte, wie weniger Fehlzeiten, Wohlbefinden, Motivation hervor.

Die Basis aller gesunden Führung ist allerdings zunächst der gesunde Umgang mit sich selbst. Nur dann gelingt es dauerhaft, für die Mitarbeiter bei Problemen ansprechbar zu sein, sich vor sie zu stellen, ihnen den  Rücken stärken und  Fehler erlauben.

Durch echtes Interesse einer Führungskraft an ihren Mitarbeitern (u.a. Willkommensgespräche nach Krankheit oder Urlaub, Erkundigungen nach privaten Ereignissen, zum Geburtstag gratulieren, namentliche Begrüßung, Karte, wenn jemand länger krank ist, signalisieren Sie, dass Sie Ihre Mitarbeiter nicht nur als Arbeitskräfte, sondern auch als Menschen sehen.

 

Umgang  mit stark belasteten Beschäftigten

  • Stress-Symptome oder Krankheitsverhalten nicht ignorieren, sondern in ruhiger und entspannter Atmosphäre ansprechen,
  • Beschreiben Sie dabei, was Ihnen aufgefallen ist,  keine (Fehl)diagnose stellen
  • Stellen Sie Fragen, wie: „Wie kann ich Sie unterstützen“, „Was brauchen Sie?“ „Mir ist aufgefallen…“, ich  habe den Eindruck, dass…
  • Termin für zweites Gespräch zum Austausch über Veränderungen vereinbaren. Darin weitere Schritte vereinbaren, nach Absprache ggf. weitere Vertrauenspersonen einbinden.
  • Erleichterung äußern, Auswirkungen auf den Betrieb  erst im zweiten Gespräch äußern, wenn keine Besserung in Sicht.

Jeder Mensch möchte ab und zu hören, dass er so in Ordnung ist wie er ist.

Was können die Mitarbeiter für einen gesunden Umgang mit sich selbst beitragen?

  • Nehmen Sie täglich eine Minute Denk-Auszeit für sich
  • Sprechen Sie sich selbst Anerkennung aus!
  • Eigenlob stimmt! Und es tut gut!
  • Nehmen Sie Abstand in arbeitsfreien Intervallen
  • Befreien Sie sich von Belastungen (z.B. Aufschreiben)
  • Achten Sie auf Ihre Grenzen – weil Sie es sich wert sind.
  • Suchen Sie den Austausch mit anderen.


Weitere Tipps für Führungskräfte / Arbeitgeber

  • Reflektieren Sie regelmäßig über das eigene Führungsverhalten:  Fragen Sie sich dabei: „Wie gehe ich mit meinen Leuten um?“ und „Wie gehen meine Leute mit mir um?“ sowie „Finde ich mich o.k. so wie ich bin?“
  • Gehen Sie gesund mit sich selber um und loben Sie sich selber
  • Der Ton macht die Musik“. Ein freundlicher Umgangston, für den „Bitte“ und „Danke“ eine Selbstverständlichkeit sind, prägen das Betriebsklima im Unternehmen
  • Lob muss unbedingt echt sein und sollte sich auf ein konkretes Verhalten beziehen. Dann wirkt es motivierend. Das setzt voraus, dass man mit dem Mitarbeiter/in in Kontakt steht, seine Stärken und Schwächen kennt.
  • Ideal ist ein Verhältnis Lob: Kritik von 3:1
  • Lachen verbindet; es dient der Stressbewältigung
  • Mit Vertrauen statt Kontrolle führen. Wenn man Menschen etwas zutraut, wachsen sie auch mal über sich hinaus.
  • Gleichbehandlung ist wichtig: Schenken  Sie nicht nur Ihren „Lieblingen“ Aufmerksamkeit.
  • Der Vorgesetzte kann in einer Situation Stress nehmen, in dem er den Mitarbeiter an seine Erfolge erinnert und damit sein Zutrauen stärkt.
  • Nimmt man den Mitarbeiter als ganzen Menschen war, wird es als Ausdruck von Wertschätzung empfunden. Dieses erhöht die Einsatzbereitschaft.
  • Anerkennung und Kränkung sind wesentliche Kriterien für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz.

 

Autor: Stefan Johannsen

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