Fachbeitrag | Informieren und Recht
12.01.2015

Führungskräfteprogramm gegen Stress am Arbeitsplatz

Vorgesetzte können und sollten einiges für die psychische Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun. Die Hochschule Niederrhein hat einen interessanten Leitfaden dazu entwickelt.

© rubysoho /​ Fotolia

Noch mehr Aufgaben für den Chef?

Der Arbeitgeber hat bekanntlich eine Verantwortung für die körperliche und psychische Gesundheit am Arbeitsplatz. Doch gerade wenn es um die psychische Gesundheit der Beschäftigten geht, sind Arbeitgeber unzureichend informiert und sensibilisiert.

Im Rahmen Ihrer Aufgaben im Arbeitsschutz sollten Sie deshalb die Führungskräfte auf die notwendigen Maßnahmen im Bereich psychische Gesundheitsförderung hinweisen. Wenn Sie Unmut ernten, dass man als Führungskraft doch nicht noch mehr machen könne, lohnt sich der Hinweis, dass zu dem Führungskräfteprogramm für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz auch das Delegieren von Aufgaben gehört.

Besonders kleine Unternehmen überfordert

Als Chef in einem kleinen Betrieb hat man meist keine Chance, sich selbst ausgefeilte Gesundheitskonzepte zu überlegen. Doch das muss man gar nicht: Das Projekt „Erhalt und Förderung psychischer Gesundheit belasteter Berufs- und Funktionsgruppen in Klein- und Kleinstunternehmen (BeFunt)“ der Hochschule Niederrhein hat Möglichkeiten zur Verbesserung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz untersucht.

Ein Ergebnis der Untersuchungen ist ein Leitfaden für kleine und mittelständische Unternehmen. Die Zielgruppe sind insbesondere Unternehmensinhaber und Führungskräfte, die die Gesundheit ihrer Beschäftigten stärken wollen, um psychischen Erkrankungen vorzubeugen.

Leitfaden bietet Unterstützung

Der Leitfaden der Hochschule Niederrhein bildet eine praktische Arbeitshilfe, mit Checklisten zur Bestandsaufnahme im eigenen Unternehmen, und wird so manche Führungskraft überraschen, denn auch Maßnahmen wie die Delegation von Aufgaben und Verantwortung, Teambesprechungen und die Durchführung von Mitarbeitergesprächen gehören zu dem Programm zur Verringerung von Stress am Arbeitsplatz„>Stress am Arbeitsplatz.

In dem Leitfaden werden insbesondere Maßnahmen zur Arbeitsgestaltung, für die Betriebsorganisation, für das Betriebsklima, für die Mitarbeiterführung und für die Zielvereinbarung empfohlen. Das müssen keine enormen Kraftanstrengungen sein: Schon ein kleines Lächeln für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann bei der Verbesserung des Betriebsklimas helfen, das entscheidenden Einfluss auf das psychische Wohlbefinden am Arbeitsplatz haben kann.

Interessant ist auch die Empfehlung, einmal die Beschäftigten die Faktoren auflisten zu lassen, die Stress im Unternehmen verursachen, und dies mit der eigenen Vorstellung der Führungskraft zu vergleichen.

Den grundsätzlichen Bedarf, sich aus Sicht der Führungskräfte mit dem Thema Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu befassen, können Sie auch mit der aktuellen Checkliste prüfen, die verschiedene Punkte bei der Sensibilisierung und Tätigkeit der Führungskräfte hinterfragt.

Weiterführende Informationen zum Thema psychische Belastung am Arbeitsplatz erhalten Sie in dieser kompakten Broschüre.

Autor: Oliver Schonschek

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