23.06.2016

Diese Inhalte müssen Sie im Explosionsschutzdokument festhalten

Sicherheitsingenieur

Ein Explosionsschutzdokument dient als Nachweis, dass innerhalb eines Unternehmens angemessene Vorkehrungen zur Sicherung des Explosionsschutzes getroffen wurden. Die Erstellung des Dokuments dient darüber hinaus dazu, schriftlich festzuhalten, dass das Unternehmen Explosionsrisiken bestimmt und bewertet hat.

Laut § 6 Absatz 9 der Gefahrstoffverordnung ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, ein solches Explosionsschutzdokument zu erstellen. Allerdings muss er diesen Schritt nur dann einleiten, wenn sich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung herausgestellt hat, dass die Entstehung einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre nicht komplett auszuschließen ist. Die Anzahl der Mitarbeiter des Unternehmens ist bei der Vorschrift, ein solches Dokument zu erstellen, jedoch unerheblich. Ziel des Explosionsschutzdokuments ist es, Explosionsgefährdungen zu bewerten und für jede Gefährdung eine individuelle Schutzmaßnahme festzuschreiben.

Vorgeschriebene Inhalte des Explosionsschutzdokuments

Bevor die Inhalte des Dokuments näher beschrieben werden, ist darauf hinzuweisen, dass ein Explosionsschutzdokument vor Beginn einer Tätigkeit zu erstellen ist. Mit einer einmaligen Dokumentation hat der Arbeitgeber seine Pflicht jedoch noch nicht erfüllt. Vielmehr ist ein solches Dokument als fortlaufende, dynamische Tätigkeit zu verstehen, die in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden sollte. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Bewertungen der Explosionsgefährdungen auf dem aktuellen Stand sind. Bei Änderungen der betrieblichen und/oder technischen Gegebenheiten sowie bei der Änderung organisatorischer Abläufe muss das Explosionsschutzdokument angepasst werden.

Die folgenden Punkte geben einen Überblick darüber, welche Inhalte in einem Explosionsschutzdokument festzuhalten sind:

  • Dokumentation, dass mögliche Explosionsgefährdungen ermittelt und entsprechend bewertet wurden
  • sämtliche Schutzmaßnahmen, die bereits ergriffen wurden, um den Explosionsschutz in dem gefährdeten Bereich zu erhöhen
  • die Aufteilung der gefährdeten Bereiche in die jeweiligen Explosionsschutzzonen
  • die Definition, nach welchen Kriterien Arbeitsmittel für explosionsgefährdete Bereiche auszuwählen sind
    Festschreibung, welche organisatorischen Maßnahmen zu treffen sind (Unterweisungen, Betriebsanweisungen, Kennzeichnung etc.)
  • Dokumentation, welche allgemeinen Maßnahmen erforderlich sind (Warneinrichtungen, Gestaltung der Fluchtwege etc.)
  • In den meisten Fällen existiert für die Erstellung eines Explosionsschutzdokuments eine Vorlage, die es erleichtert, alle inhaltlichen Punkte zu berücksichtigen. Generell ist es sehr empfehlenswert, ein derartiges Dokument regelmäßig zu pflegen und damit auf einem aktuellen Stand zu halten.
Autor: WEKA Fachredaktion

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