23.06.2016

Explosionsschutz

Sicherheitsingenieur

Unter Explosionsschutz versteht man einen Teilbereich der Sicherheitstechnik, der sich mit der Entstehung von Explosion sowie deren Vermeidung und Schutzmaßnahmen beschäftigt. Dabei können Explosionen nicht nur in der Chemieindustrie und im Bergbau vorkommen, sondern auch durch andere technische Anlagen oder Einrichtungen entstehen.

Stufen des Explosionsschutzes

Der Explosionsschutz kann in drei Bereiche aufgeteilt werden:

  • Primärer Explosionsschutz: Prävention von explosionsfähiger Atmosphäre und die damit verbundenen Maßnahmen
  • Sekundärer Explosionsschutz: alle Maßnahmen, die eine Entzündung von explosionsfähigen Atmosphären verhindern, besonders mögliche Zündquellen
  • Tertiärer Explosionsschutz: enthält im Gegensatz zu den vorgenannten Stufen nicht vorrangig Präventivmaßnahmen, sondern beschäftigt sich mit Schutzmaßnahmen im Falle einer Explosion

Schutzmaßnahmen im Explosionsschutz

Technische Maßnahmen sollen stets von organisatorischen Maßnahmen begleitet werden. Auf diese Weise wird sowohl das Brand- und Explosionsrisiko verringert als auch die Wirksamkeit der technischen Maßnahmen auf Dauer gewährleistet. Zu solchen organisatorischen Maßnahmen zählen:

  • eine intensive und in regelmäßigen Abständen wiederholte Unterweisung des Personals. Die Beschäftigten sind über mögliche Gefahren zu informieren und auf richtiges Verhalten hinzuweisen.
  • eine regelmäßige Prüfung der Systeme und Überwachen sowie Instandhalten der Anlagen und Einrichtungen. Auf eine rechtzeitige Kontrolle und Instandhaltung der Anlage, insbesondere der sicherheitstechnischen Einrichtungen wie Flammensperren, Messsonden und derjenigen Einrichtungen/Anlagenteile, die zu Zündquellen werden können, ist zu achten. Die Einführung eines Sicherheits-Wartungs-Kontroll-Programms hat sich in der Praxis gut bewährt.
  • eine strikte Beachtung der Betriebsanweisung, die als Folgerung aus der Gefährdungsbeurteilung erstellt wurde. Die Betriebsanweisung muss das Verhalten der Beschäftigten im Normalbetrieb wie auch im Fall von Störungen regeln. Die Verantwortlichkeiten für das Durchführen der Maßnahmen müssen eindeutig festgelegt werden.
  • das Bereitstellen und Tragen der persönlichen Schutzausrüstung. Die erforderliche persönliche Schutzausrüstung, z.B. leitfähige Schuhe bei der Gefahr elektrostatischer Aufladungen, ist vom Betrieb bereitzustellen, von den Beschäftigten zu benutzen und funktionsfähig zu erhalten.
  • Wenn besondere Arbeiten, z.B. Reparatur- und Wartungsarbeiten, wie Schweißen, Schleifen, Instandsetzen von elektrischen Anlagen, in explosionsgefährdeten Bereichen durchgeführt werden müssen, so darf dies in jedem Fall nur mit schriftlicher Erlaubnis des Verantwortlichen erfolgen und es sind Freigabescheine (Feuer-, Schweiß- und Befahrerlaubnisschein) auszustellen.

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Autor: WEKA Redaktion

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