News | Informieren und Recht 19.05.2017

Exoskelette bergen auch Risiken

Exoskelette unterstützen das Muskel-Skelett-System ihrer Träger, ihr Einsatz kann aber auch Risiken bergen. Darauf weist jetzt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hin.

Exoskelette könnten bald in Betrieben und an Fertigungsbändern großflächig zum Einsatz kommen. Welche Auswirkungen die Anzüge auf den Arbeitsschutz haben, haben jetzt Berufsgenossenschaften und Unfallkassen untersuchen lassen.

Einsatz von Exoskeletten – Risiken mit bedenken

Ergebnis: Exoskelette könnten über da sinnvoll zum Einsatz kommen, wo andere technische Hilfsmittel wie Stapler oder Kran nicht verwendet werden können, wie zum Beispiel in der Automobildemontage, in der Möbelauslieferung oder auf Baustellen. An diesen Arbeitsplätzen können sie Muskel-Skelett-Erkrankungen – eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit – reduzieren und deren Träger dazu befähigen, länger gesund zu arbeiten.

Es gibt aber auch Risiken, die mit bedacht werden sollten. Hier zählen die Fachleute vor allem folgende Risiken auf:

  • Erhöhung des Lastgewichts: Exoskelette könnten zum Beispiel auch genutzt werden, um die Lastgewichte zu erhöhen. „Das wäre nicht im Sinne der Beschäftigten. Sie würden dann weiterhin an der Belastungsgrenze arbeiten“, so Ralf Schick von der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik.
  • Stolpern, Rutschen, Stürzen: Wenn die Nutzer mit dem Exoskelett stolpern oder stürzen, ist das Risiko groß, dass durch die zusätzliche Masse Verletzungen gravierender ausfallen. Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle zählen insgesamt zu den häufigsten Unfällen am Arbeitsplatz.
  • Gefahren durch das Exoskelett selbst: Bei dem Einsatz von aktiven Exoskeletten, bei denen Motoren die Kraft unterstützen, könnte eine Fehlfunktion zu Verletzungen führen.

Fazit unterm Strich: „Spannende Innovation, die aber noch Entwicklungsarbeit braucht“, so Schick. Es sei wichtig,  sicherheitstechnische Aspekte möglichst schon in der Entwicklungsphase zu berücksichtigen und die Bedürfnisse der Beschäftigten möglichst früh mit in die technische Entwicklung einzubeziehen. Das gelte auch für die notwendige ergonomische Gestaltung eines Exoskeletts. Der Tragekomfort spiele für die Akzeptanz eine wichtige Rolle. Auch bei sommerlicher Hitze müsse man sich damit noch gut bewegen können.

Autor: WEKA Redaktion