19.10.2020

EU: Neue Grenzwerte für drei krebserzeugende Chemikalien

Die Europäische Kommission hat am 22. September 2020 die Festsetzung neuer Grenzwerte für drei krebserzeugende Chemikalien vorgeschlagen. Neu in die „Richtlinie 2004/37/EG über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Karzinogene oder Mutagene bei der Arbeit“ sollen Grenzwerte für Acrylnitril und Nickelverbindungen eingeführt werden. Für Benzol soll der Grenzwert gesenkt werden.

Krebszelle im Visier

Der Richtlinienvorschlag der Kommission möchte Folgendes in Anhang III der Richtlinie 2004/37/EG ändern:

  • Für Benzol soll der Acht-Stunden-Grenzwert (zeitlich gewichteter Mittelwert, gemessen oder berechnet für einen Bezugszeitraum von acht Stunden) auf 0,2 ppm und 0,66 mg/m³ (Milligramm pro Kubikmeter Luft bei 20 °C und 101,3 kPa) abgesenkt werden. Für die Einhaltung des neuen Grenzwerts ist eine Übergangszeit von vier Jahren nach Inkrafttreten der geplanten Richtlinie vorgesehen. Zwei Jahre nach Inkrafttreten gilt für einen Zeitraum von zwei Jahren ein Übergangsgrenzwert von 0,5 ppm und 1,65 mg/m³.
  • Für Acrylnitril ist ein Acht-Stunden-Grenzwert von 0,45 ppm und 1 mg/m³ sowie ein Kurzzeitgrenzwert (der auf eine Dauer von 15 Minuten bezogen nicht überschritten werden soll, soweit nichts anderes angegeben ist) von 1,8 ppm und 4 mg/m³. Der Grenzwert soll vier Jahre nach Inkrafttreten der geplanten Richtlinie Gültigkeit erlangen.
  • Für Nickelverbindungen sieht der Richtlinienvorschlag für die alveolengängige Fraktion, gemessen als Nickel, ab dem 18. Januar 2025 einen Acht-Stunden-Grenzwert von 0,01 mg/m³ vor. Für die einatembare Fraktion, gemessen als Nickel, gilt ebenfalls ab dem 18. Januar 2025 ein Acht-Stunden-Grenzwert von 0,05 mg/m³. Davor darf ein Grenzwert von 0,1 mg/m³ nicht überschritten werden.

Die Europäische Kommission hat den Richtlinienvorschlag dem Europäischen Parlament und dem Rat zugeleitet, die sich nun damit befassen werden.

Autor: Uta Fuchs