13.09.2022

Ein Absturz! Jetzt kommt es auf Ihre Höhenrettung an

Oh nein, ein Absturzunfall - aber zum Glück hat die PSA hat das Unfallopfer sicher aufgefangen. Jetzt muss ganz schnell Ihr Rettungskonzept greifen und Ihr Rettungssystem zum Einsatz kommen. Für die Auswahl eines solchen Systems gibt es einige grundsätzliche Leitlinien, aber auch individuelle, auf die konkrete Arbeitssituation bezogene Anforderungen. Lesen Sie, was Sie bei der Entwicklung eines Rettungskonzepts und bei Ihrer Auswahl der Ausrüstung beachten sollten.

Mann ist kurz vor einem Absturz auf einem Gerüst

Entwickeln Sie Rettungsszenarien und ein Rettungskonzept

Vor der Anschaffung und Auswahl eines Rettungssystems für Arbeiten in der Höhe müssen verschiedene Einsatz-Szenarien entwickelt werden. Je nach dem konkreten Rettungsszenario verändern sich die Rettungsverfahren und die benötigten Rettungsmittel:

  • Rettung aus Schächten, Silos, Behältern oder anderen engen Räumen
  • Rettung aus Steigschutzeinrichtungen (z. B. Zugänge zu Dächern oder in Hochregallagern)
  • Rettung von frei hängenden Personen nach Stürzen z. B. von Dachkanten, Plattformen oder Bühnen)
  • Rettung aus einer Seilschwebebahn
  • Rettungsmaßnahmen aus Windenergieanlagen

Vor Beginn der Arbeiten muss geprüft werden, ob sich mit dem vorhandenen System die Rettung in angemessener Zeit durchführen und damit ein Hängetrauma verhindern lässt.

Wichtig ist zudem, dass ergonomische Anforderungen erfüllt sind (Bedienbarkeit, angemessenes Gewicht) und eine Anpassung an Körperform, Größe und Geschlecht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich ist. Individuell für den Höhenarbeitsplatz muss die Eignung hinsichtlich der Bedingungen (Umwelteinflüsse, Kantenbeanspruchung) geprüft werden.

Ihr Rettungskonzept sollte natürlich auf Ihrer Gefährdungsbeurteilung basieren, die anhand der tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort durchgeführt wurde.

Überlegen Sie, welches Rettungsverfahren angewandt werden soll

Grundsätzlich wird zwischen drei verschiedenen Rettungsverfahren unterschieden:

  • Passive Rettung: Nur das Absturzopfer wird mit einem Rettungssystem wie beispielsweise einem Abseilgerät nach unten oder oben bewegt.
  • Aktive Rettung: Die Rettungspersonen bewegen sich zu den zu rettenden Personen und bewegen sich gemeinsam mit diesen nach oben und unten.
  • Selbstrettung / Evakuierung: Tritt eine Gefahrensituation auf, werden die absturzgefährdeten Personen in die Lage versetzt, den Gefahrenbereich zu verlassen.

Natürlich müssen die zu rettenden Person(en) wie auch die Rettungspersonen zu jeder Zeit gegen Absturz gesichert sein.

Wählen Sie die passende Ausrüstung

Bei der Auswahl der Rettungsausrüstung muss diese für alle Phasen der Rettung (Zugang, Versorgung, Sicherung, eigentliche Rettung) vorhanden und geeignet sein. Rettungssysteme dürfen nicht als Arbeitsmittel genutzt werden. Weitere Aspekte der Auswahl sind:

  • Rettungsausrüstung geeignet für konkreten Arbeitsplatz und mögliche Rettung?
  • Individuelle Anpassungsmöglichkeiten?
  • Rettungsrichtungen (nur nach oben, nach oben sowie nach unten, seitwärts)?
  • Rettungsstrecke (Länge, mögliche Hindernisse)?
  • Anzahl der möglicherweise zu rettenden Personen?
  • Rettungsdauer?
  • Merkmale der Befestigungssysteme (Lage, Tragfähigkeit)?

Wer soll und wer kann retten?

Damit eine Rettung sicher durchgeführt werden kann, müssen bei den gefährlichen Tätigkeiten körperlich und geistig geeignete Personen verfügbar sein:

  • Diese schätzen die Gefährdungen beim Rettungsvorgang korrekt ein,
  • handeln je nach Situation umsichtig,
  • sind in der Lage, den Transport von Ausrüstung und Verletzten auszuführen und
  • verfügen über umfassende Kenntnisse zur verwendeten Ausrüstung und über praktische, durch Übungen erworbene Kenntnisse.

Die Arbeitsorganisation stellt sicher, dass diese Personen stets anwesend sind und die Rettungsaufgaben ausführen können.

Checkliste: Rettungsmaßnahmen sicher durchführen

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Autor*in: Markus Horn