30.10.2017

Eichenprozessionsspinner bekämpfen – Risiken für die eigene Gesundheit minimieren

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat untersucht, inwieweit Schädlingsbekämpfer giftigen Wirkstoffen ausgesetzt sind, wenn sie Eichenprozessionsspinner bekämpfen.

Eichenprozessionsspinner bekämpfen

Wer den Eichenprozessionsspinner bekämpfen sollte, wusste bis vor kurzem nicht, ob und wie stark er sich selbst dabei gefährdet. Die Raupen und ihre Nester werden unter anderem mit chemischen oder biologischen Bioziden besprüht. Daten, inwieweit sich die Sprühanwender dabei den Wirkstoffen aussetzen, fehlten jedoch. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat genau das jetzt untersucht und die Ergebnisse in einem Bericht veröffentlicht.

Warum die Raupe des Eichenprozessionsspinners gefährlich ist

Atembeschwerden, Hautprobleme oder gar ein allergischer Schock: Die Haare der Larve sind für den Menschen sehr gefährlich. In ihnen schlummert ein starkes Nesselgift, das seine Wirkung über Hautkontakt oder die Atemwege entfalten kann. Deshalb bekämpft man die Larven dieses Schmetterlings, sobald sie sich in Wohngebieten, an öffentlichen Plätzen oder in Arbeitsbereichen zeigen. Dabei ist es wichtig, die Menschen über die Risiken der Raupe aufzuklären: Der Eichenprozessionsspinner hat sich in Deutschland in den letzten Jahren rasant verbreitet, seine Gefahr für die Gesundheit ist jedoch wenig bekannt.

Tipp:

Schulungsprodukte wie Arbeitsschutz Unterweisen plus“ informieren Sie z.B. darüber, wie Sie Eichenprozessionsspinner erkennen und wie sich am besten verhalten, wenn Sie auf sie stoßen.

Eichenprozessionsspinner bekämpfen, ohne der eigenen Gesundheit zu schaden?

Eine Möglichkeit, um der Raupenplage Herr zu werden: Schädlingsbekämpfer beauftragen, die Insektizide versprühen. Bislang unbeantwortet blieb jedoch die Frage, wie stark Beschäftigte und unbeteiligte Dritte während des Sprühvorgangs selbst dem Wirkstoff im Insektengift ausgesetzt sind. Die BAuA hat diese Wissenslücke nun geschlossen. Dazu begleitete sie drei schädlingsbekämpfende Firmen, die das Gift mit handgeführten Motorsprühgeräten oder mit Sprühkanonen ausbrachten.

Das Ergebnis zeigt: Sprühanwender nehmen den Wirkstoff durchaus über ihre Haut und ihre Atemwege auf. Sowohl bei Motorsprühgeräten als auch bei Sprühkanonen kommen die sie bereits mit dem Wirkstoff in Berührung, wenn sie die Sprühbrühe ansetzen und den Tank befüllen. Beim eigentlichen Sprühverfahren sind jedoch Sprühkanonen vorzuziehen. Unbeteiligte Dritte sind im Vergleich zu Anwendern deutlich niedriger belastet, wenn sie sich in einem Abstand von mehr als fünf Metern zum Sprühnebel befinden.

Anhand der Daten wurde ein zuverlässiges Modell entwickelt, mit dem die Risiken für Anwender und Dritte bewertet werden können. Dieses Modell soll sowohl bei der Zulassung von Biozidprodukten als auch bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen verwendet werden.

Der Bericht des BAuA

„Vergleichende Untersuchung zur Exposition von Arbeitnehmern und Dritten bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mittels Sprühanwendungen“; Anja Schäferhenrich, Anja Baumgärtel, Michael Roitzsch, Frank Burgmann, Katrin Ludwig-Fischer, Claudia Großkopf, Thomas Göen, Ralf Hebisch, Urs Schlüter; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2017; Den Bericht gibt es im PDF-Format unter www.baua.de/publikationen.

Autor: WEKA Fachredaktion