29.06.2020

Dauernachtarbeit: Hier ist der Arbeitsschutz gefordert

Arbeiten, wenn andere schlafen: Für rund 2 % aller Arbeitnehmer in Deutschland ist Nachtarbeit, und zwar Dauernachtarbeit, der arbeitsweltliche Alltag. Das ist mit hohen Belastungen verbunden, sodass aus Sicht des Arbeits- und Gesundheitsschutzes Nachtarbeit eigentlich unbedingt vermieden werden müsste. Allerdings sind viele Wirtschaftsbereiche dringend auf Nachtarbeit angewiesen. Wie Sie die Beschäftigten bei der Nachtarbeit wirksam unterstützen können, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Arzt nachts im Dunkeln in einem langen Gang

Gesundheitliche Auswirkungen von Dauernachtarbeit

Der generelle Nachteil von Nachtarbeit besteht darin, dass sie gegen den biologischen und sozialen Rhythmus verstößt. Die Umkehrung des Schlafrhythmus ist für Körper und Geist eine ständige Anstrengung, an die sich Beschäftigte speziell in Dauernachtarbeit kaum gewöhnen können. Auch sind Familienleben und Freizeitaktivitäten in sozialen Gruppen schwer möglich.

Ein Tagschlaf ist weniger erholsam und damit nicht einfach ein Ersatz für einen Nachtschlaf, weil es beim Schlafen am Tag weniger Tiefschlaf- und Traumphasen gibt. Außerdem wird der Schlaf tagsüber häufiger unterbrochen und ist insgesamt kürzer.

Gesundheitliche Auswirkungen sind unvermeidlich und werden von den Beschäftigten auch klar benannt. Die Nachtarbeitenden geben ihren Gesundheitszustand nur zu 51 % mit gut oder sehr gut an. Zum Vergleich: Wechselschichtarbeitnehmer fühlen sich zu immerhin 59 % gesund. Die am meisten geäußerten Beschwerden der Dauernachtbeschäftigten sind:

  • Schmerzen im unteren Rücken (60 %)
  • allgemeine Müdigkeit, Mattigkeit oder Erschöpfung (56 %)
  • körperliche Erschöpfung (44 %)
  • nächtliche Schlafstörungen (43 %)
  • Gefühl der Niedergeschlagenheit (29 %)
  • Magen- und Verdauungsbeschwerden

11 Gegenmaßnahmen: Das können Sie als Arbeitsschützer tun

Um die gesundheitlichen Belastungen so gering wie möglich zu halten, sollten Sie im Betrieb die folgenden Präventivmaßnahmen konsequent umsetzen (lassen):

  1. Regelungen des Arbeitszeitgesetzes einhalten
  2. Nachtschichten verkürzen
  3. Arbeitszeiten planbar gestalten
  4. Gefährliche und belastende Tätigkeiten vermeiden
  5. Lange Ruhephase zwischen Nachtschichten planen
  6. Wochenendfreizeit ermöglichen
  7. Beratung für gesundes Verhalten anbieten
  8. Ernährungsberatung anbieten
  9. Dauernachtarbeit zeitlich begrenzen
  10. Dauernachtbeschäftigte haben Anspruch auf regelmäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen (§ 6 Abs. 3 ArbZG). Diese müssen ihnen auf Verlangen gewährt werden.
  11. Nachtarbeit muss bevorzugt durch freie Tage, ansonsten durch einen Zuschlag honoriert werden (§ 6 Abs. 5 ArbZG bzw. Tarifverträge).

Salat statt Pizza: So kann Ihr Betrieb gesündere Ernährung unterstützen

Ungesunde Ernährung ist oft ein großes Problem bei Nachtarbeit, u.a. einfach deshalb, weil Schlafmangel und der verschobene Schlafrhythmus die „normale“ hormonelle Regulierung von Hunger und Sättigung stören und zu verstärktem Hungergefühl führen.

Der Betrieb kann entscheidend zu einer gesunden Ernährung beitragen, indem er in den Verkaufsautomaten entsprechende Angebote macht. Hilfreich sind auch Möglichkeiten, selbst mitgebrachte Mahlzeiten aufzuwärmen.

Statt aber ausschließlich „gesunde“ Angebote zu machen, kann der Betrieb auch indirekt über die Preise regulierend eingreifen. So können z.B. kalorienarme Tees und Salat in der Nachtschicht kostenfrei angeboten werden, während die Pizza eher „teuer“ sein darf.

Keine Bevormundung: Suchen Sie das Gespräch mit den Beschäftigten!

Grundsätzlich gilt immer: Mitarbeiter nicht bevormunden, sondern einbeziehen. Starten Sie beispielsweise eine Umfrage, wie sich die Beschäftigten selbst ein gesundes Essens- und Getränkeangebot vorstellen.

Keine Lust auf irgendein Abo-Risiko? Verständlich – schließlich haben Sie beruflich genug mit Risiken zu tun!

Deshalb unser Tipp: Nutzen Sie einfach unser 100 % risikoloses Mini-Abo von „Arbeitsschutz-Profi AKTUELL“. Es ist deshalb komplett risikolos, weil es nach Ablauf von 3 Monaten ganz automatisch endet. Sie selbst brauchen also gar nichts zu tun. Und nur dann, wenn Sie „Arbeitsschutz-Profi AKTUELL“ weiter beziehen möchten, geben Sie uns Bescheid.

Hier geht‘s zum 100 % risikolosen Mini-Abo von „Arbeitsschutz-Profi AKTUELL“!

Autor: Markus Horn