25.10.2018

Das Präventionsgesetz: Auswirkungen auf die betriebliche Gesundheitsförderung für KMU

In Deutschland gibt es rund 40 Millionen Erwerbstätige, die alle einen großen Teil ihrer Zeit am Arbeitsplatz verbringen. Was liegt also näher, als dafür zu sorgen, unser Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass es für den Erhalt unserer Gesundheit förderlich ist? Wie das Präventionsgesetz betriebliche Gesundheitsförderung unterstützt, lesen Sie hier.

Präventionsgesetz betriebliche Gesundheitsförderung

Das Präventionsgesetz will die betriebliche Gesundheitsförderung stärken, etwa in Gestalt von

  • gesundem Kantinenessen,
  • Workshops zur Förderung eines gesundheitsgerechten Führungsstils oder durch
  • Kurse zur Förderung der individuellen Stressbewältigungskompetenzen der Beschäftigten.

Die Rahmenbedingungen für die betriebliche Gesundheitsförderung sollen verbessert werden. Das soll insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen bei der Organisation und Durchführung betrieblicher Prävention helfen.  Hierzu sollen die Krankenkassen auf Grundlage der Bundesrahmenvereinbarung Unternehmen in gemeinsamen regionalen Koordinierungsstellen beraten und unterstützen. Dabei sollen sie lokale Unternehmensorganisationen wie Industrie- und Handelskammern sowie Innungen und Handwerkskammern beteiligen.

Wie stärkt das Präventionsgesetz die betriebliche Gesundheitsförderung?

Die Krankenkassen sollen in den Betrieben vor allem den Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen unterstützen. Sie sind auch verpflichtet ihre Präventionsausgaben diesbezüglich zu erhöhen. Im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung sind viele Krankenkassen durch Unterstützungsangebote schon jetzt sehr breit aufgestellt, um unterschiedliche Bedürfnisse zu bedienen und in den Betrieben umsetzen zu können.

Zu den Handlungsfeldern

  • Bewegung,
  • Ergonomie
  • Ernährung und
  • Stressbewältigung

unterstützen die Krankenkassen Betriebe mit unterschiedlichen Maßnahmen für Mitarbeiter und Führungskräfte, wie z.B.

  • Gesundheitstage,
  • Vorträge,
  • Seminare,
  • Trainings und Kurse,
  • schriftliche Gesundheitsinformationen und
  • Online Coachings,
  • individuelle Arbeitsplatzberatungen,
  • unterschiedliche Analysen, z.B. Kennzahlen zu Arbeitsunfähigkeit,
  • Beratungen zu den Themen Demografie- und Eingliederungsmanagement,
  • Beratungsangebote über Kooperationspartner, das Mitarbeiter in schwierigen beruflichen- und privaten Situationen nutzen können.

Im betrieblichen Gesundheitsmanagement können Krankenkassen künftig Betriebe auch mit einer Prozessberatung begleiten: von der Zielfindung über die Analyse bis zur Maßnahmenumsetzung und Evaluation.

Arbeitgeber sollten den Kontakt zu den Krankenkassen suchen

Bei der Kontaktaufnahme kommt es nicht darauf an, dass sich Arbeitgeber an die Krankenkasse wenden, bei der die meisten Beschäftigten versichert sind. Es kann auch eine Krankenkasse sein, bei der einige wenige versichert sind.

Besonders im Fokus der Prävention stehen folgende Bereiche, zu denen die Betriebe mit der Unterstützung der Krankenkassen stärker als bisher einen Beitrag leisten sollen:

  • Diabetes mellitus Typ 2: Erkrankungsrisiko senken, Erkrankte früher erkennen und sie behandeln,
  • Brustkrebs: Mortalität vermindern, Lebensqualität erhöhen,
  • Tabakkonsum reduzieren,
  • gesund aufwachsen: Lebenskompetenz, Bewegung, Ernährung
  • gesundheitliche Kompetenz erhöhen: Souveränität der Patienten stärken
  • depressive Erkrankungen: verhindern, früh erkennen, nachhaltig behandeln
  • gesund älter werden,
  • Impfschutz verbessern,
  • Alkoholkonsum reduzieren,

Dazu werden die finanziellen Leistungen der Krankenkassen, den sie für jeden Versicherten investieren sollen, mehr als verdoppelt.

Es sollten sich besonders die kleineren Unternehmen angesprochen fühlen, die z.B.

  • noch keine oder eine nicht zufriedenstellende sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung haben,
  • ihre sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung durch das alternative Modell („Unternehmermodell“) abdecken, um sich angemessenen betriebsärztlichen Rat einzuholen,
  • ihre Betriebsärzte bislang unregelmäßig oder gar nicht zu Arbeitsschutzausschusssitzungen eingeladen haben, um Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung zu besprechen und zu evaluieren,
  • Schwierigkeiten haben, die richtigen Schwerpunkte in der betriebsspezifischen Betreuung nach DGUV Vorschrift 2 zu setzen

Gerne können Sie sich auch bei Ihrem Ansprechpartner der Berufsgenossenschaft oder dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt zum Thema betriebliche Prävention erkundigen.

Autor: Stefan Johannsen