08.04.2020

Coronavirus: DAkkS bereitet umfassenden Einsatz von Fernbegutachtungen vor

Die Ausbreitung des Coronavirus führt weltweit zu erheblichen Einschränkungen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Um diese Pandemie einzudämmen, ist die Vermeidung von Reisen und sozialen Kontakten auch für die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) und alle an einem Akkreditierungsverfahren beteiligten Akteure von größter Bedeutung. Damit die DAkkS dennoch auch jetzt akkreditieren kann, wird sie die Kompetenz von Konformitätsbewertungsstellen bis auf Weiteres über Fernbegutachtungen feststellen.

Videokonferenz über den Computerbildschirm

Fernbegutachtungen und der damit verbundene Einsatz von Videokonferenz-Tools ersetzen bis auf Weiteres und so weit wie möglich die sonst üblichen Vor-Ort-Begutachtungen. Sie tragen dazu bei, notwendige Überwachungs- und Wiederholungsbegutachtungen ohne Gefahr für Mitarbeiter und Begutachter durchzuführen.

Erstakkreditierungen oder Erweiterungen werden verschoben

Beantragte Erstakkreditierungen oder Erweiterungen bzw. Änderungen werden im Normalfall nicht mittels Fernbegutachtung durchgeführt, sondern so lange verschoben, bis eine normale Vor-Ort-Begutachtung möglich ist.

Ausnahme: Umstellung auf DIN EN ISO/IEC 17025:2018

Eine Ausnahme hierzu bildet die Umstellung auf die neue DIN EN ISO/IEC 17025:2018. Für die noch abzuschließenden Umstellungen gilt, dass diese ebenfalls mittels Fernbegutachtung durchgeführt werden. Eine Verschiebung geplanter Umstellungsbegutachtungen um mehrere Monate ist hier nicht möglich, da die DAkkS selbstverständlich die beantragten Umstellungen rechtzeitig abschließen möchte.

Akkreditierte Stellen sollen Kontaktaufnahme abwarten

Die DAkkS hat einen umfassenden Leitfaden für ihre Kunden zur Durchführung von Fernbegutachtungen veröffentlicht. Fernbegutachtungen ersetzen soweit wie möglich notwendige Überwachungs- und Wiederholungsbegutachtungen für die Zeit der durch die Corona-Pandemie verursachten Einschränkungen.

Der Leitfaden informiert die in nächster Zeit zu begutachtenden Konformitätsbewertungsstellen mit dem Ziel, Fernbegutachtungen kundenfreundlich und effizient umzusetzen. Schwerpunkte des Leitfadens sind neben den technischen Grundvoraussetzungen vor allem der Anwendungsbereich und der Ablauf von Fernbegutachtungen.

Mit Veröffentlichung des Leitfadens beginnt die DAkkS flächendeckend mit der Umsetzung von Fernbegutachtungen. Dazu setzen sich die Verfahrensmanager der DAkkS zur konkreten Planung der Termine und ihres Ablaufs mit den akkreditierten Stellen in Verbindung. Zur effizienten Umsetzung der neuen Begutachtungspraxis bittet die DAkkS darum, dass akkreditierte Stellen diese Kontaktaufnahme der verantwortlichen DAkkS-Verfahrensmanager zunächst abwarten.

Der flächendeckende Einsatz von Fernbegutachtungen stellt für Akkreditierungs- und Konformitätsbewertungsstellen auf der ganzen Welt eine Neuerung und Herausforderung dar. Ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft aller Akteure wird der Schlüssel dafür sein, auch in Zeiten der globalen Corona-Pandemie das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit akkreditierter Stellen aufrechtzuerhalten und den Schutz und die Sicherheit aller Beteiligten zu garantieren.

Migration von OSAS 18001 zu ISO 45001 – Übergangsfrist nur für zertifizierte Organisationen verlängert

Die Übergangsfrist für die Migration von zertifizierten Organisationen von BS OHSAS 18001 zu ISO 45001 verlängert sich. Statt am 11. März 2021 endet die Deadline nun am 31. März 2021. Für Zertifizierungsstellen selbst bleibt jedoch alles beim Alten: Ihre Frist zur Umstellung der Akkreditierung endete wie gehabt am 12. März 2020.

 

Quelle: Deutsche Akkreditierungsstelle – DAkks

Autor: WEKA Redaktion