12.10.2020

Corona schlägt sich in der Unfallstatistik nieder

Die Corona-Pandemie hat Unfälle und Erkrankungen in der Arbeit im ersten Halbjahr 2020 deutlich beeinflusst. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) veröffentlicht hat. Während die Zahl der Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle stark zurückging, nahmen die gemeldeten Berufskrankheiten zu.

Unfallstatistik für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten

Entwicklung der Arbeits- und  Wegeunfälle

Homeoffice, Kurzarbeit und die vielen geschlossenen Kitas und Schulen haben die Mobilität der Bürger im ersten Halbjahr drastisch eingeschränkt. Das spiegelt sich im Unfallgeschehen wider.

Laut Statistik der DGUV sank die Zahl der Arbeitsunfälle von 432.684 auf 367.016 (und damit um 15,2 Prozent), die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle ging um rund 20 Prozent zurück.

Noch stärker sanken die Zahlen in der Schüler-Unfallversicherung. Gab es im ersten Halbjahr 2019 noch 584.763 Schulunfälle, so waren es in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 nur 301.543 – ein Minus von fast 50 Prozent. Auch die Zahl der Schulwegunfälle ging um fast die Hälfte zurück: von 50.479 im ersten Halbjahr 2019 auf 26.881 im ersten Halbjahr 2020.

Die Zahl der Beschäftigten, die auf ihrem Weg zur oder von der Arbeit einen tödlichen Unfall erlitten, sank um rund ein Fünftel. Dieser starke Rückgang ist jedoch nur zum Teil der Pandemie geschuldet. 2019 hatte die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle außergewöhnlich hoch gelegen. Grund hierfür war, dass durch den Abschluss von Strafprozessen einige Todesfälle aus den Jahren 2000 bis 2005 erst 2019 in die Statistik aufgenommen wurden.

Berufskrankheiten

Beschäftigte in stationären oder ambulanten medizinischen Einrichtungen und in Laboratorien können eine Erkrankung an COVID-19 unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkennen lassen. Insgesamt erhielten die Unfallversicherungsträger bis Ende Juni 13.601 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Damit stiegen die Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 24 Prozent von 41.723 auf 51.789. Abzüglich der mit Corona in Zusammenhang stehenden Erkrankungen gingen die restlichen Berufskrankheiten leicht zurück.

Hintergrund: Wer wird von der Statistik der DGUV erfasst?

Arbeitgeber müssen Arbeits- und Wegeunfälle melden, wenn die Unfälle zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tod von Versicherten führen. Die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen erfassen Unfälle in Betrieben und Einrichtungen der gewerblichen Wirtschaft und der öffentlichen Hand sowie Unfälle beim Besuch von Bildungseinrichtungen. Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten in der Landwirtschaft sind über die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forst und Gartenbau abgesichert.

Quelle: DGUV

Autor: WEKA Redaktion