News | Informieren und Recht 17.08.2015

Der Büroarbeitsplatz sollte nach einer IFA-Studie dynamisch werden

Der Büroarbeitsplatz der Zukunft könnte ein Ergometer oder Laufband sein. So zumindest sieht das Fazit einer Studie des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) aus. Daraus geht hervor, dass die Arbeit am Schreibtisch mit Gehen oder Radfahren verbunden werden kann, ohne dass dies die Arbeitsleistung negativ beeinflussen würde. Lediglich an der Ergonomie solcher dynamischen Arbeitsstationen muss noch gefeilt werden.

Folglich könnte der Büroarbeitsplatz der Zukunkft durchaus eine Ergometer oder ein Laufband sein.

Wer am Büroarbeitsplatz sitzt, schadet häufig seiner Gesundheit. Denn von den 18 Millionen Menschen in Deutschland, die im Büro und am Bildschirm arbeiten, sitzen einige oft stundenlang unbeweglich vor dem Schreibtisch. Die Folge dieser Zwangshaltung: Bewegungsmangel und Unterforderung der Muskulatur. Langfristig kann das zu chronischen Schäden führen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-II-Diabetes und Muskel-Skelett-Beschwerden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist Bewegungsmangel der vierthäufigste Risikofaktor für frühzeitigen Tod.

Büroarbeitsplatz bedeutet: Sport ist ein absolutes Muss

Experten empfehlen häufig Sport in der Freizeit, um den Mangel an körperlicher Aktivität bei der Arbeit auszugleichen. Vielen Menschen gelingt es jedoch nicht, Zeit für Sport in ihren Alltag einzubauen. Eine Lösung könnten so genannte dynamische Arbeitsstationen sein: Sie ersetzen oder ergänzen den Bürostuhl durch Bewegungselemente wie Laufbänder, Fahrradergometer oder Stepper. Erste Produkte sind in den USA bereits erhältlich.

Inwieweit beeinflussen solche Maßnahmen physiologische Kenngrößen positiv, wie wirken sie sich auf die Arbeitsleistung aus und wie werden sie von den Beschäftigten angenommen? Diese Fragen hat das IFA gemeinsam mit dem niederländischen Institut TNO systematisch untersucht. Dabei wurden zwei dynamische Arbeitsplatzvarianten mit einem klassischen Sitz- und einem konventionellen Steharbeitsplatz verglichen.

Dynamische Arbeitsstationen sind noch keine Alternative zum klassischen Büroarbeitsplatz

„Körperliche Aktivität, Herzfrequenz und Energieumsatz sind an den neuen dynamischen Arbeitsstationen deutlich erhöht“, sagt Professor Rolf Ellegast, stellvertretender IFA-Leiter. „Je nach Art und Intensität der Bewegung erhöht sich der Energieumsatz um bis zu 100 Prozent. Damit holen Sie sich Ihren Abendspaziergang quasi an den Schreibtisch.“ Gleichzeitig bleibe das Arbeitsergebnis von den aktivierenden Maßnahmen weitestgehend unberührt. Allerdings äußerten die Versuchspersonen Vorbehalte gegenüber dieser Form von Arbeitsplatz: Unergonomische Gestaltung und Ablenkung sind hierfür wesentliche Gründe.

Ellegast: „Auch wenn die dynamischen Arbeitsstationen noch verbessert werden müssen, können wir schon heute sagen: Solche Arbeitsplätze können prinzipiell einen Beitrag zur Gesundheitsförderung der Beschäftigten leisten.“

 

Autor: WEKA Redaktion