24.06.2016

Arbeitsschutz im Büro

Der Arbeitsschutz im Büro ist genau so wichtig wie der Arbeitsschutz für vermeintlich wesentlich "gefährlichere" Tätigkeiten. Das Büro ist im Hinblick auf Gesundheitsrisiken zwar ein vergleichsweise risikofreier Arbeitsort, Bildschirm- und Büroarbeitsplätze gelten generell als belastungsarm. Dennoch gibt es Gefährdungen physischer und psychischer Art, die in der Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung berücksichtigt werden müssen.

Bildschirmarbeitsplatz Pause

Viele Arbeitnehmer verbringen mehr als zwei Drittel ihrer Arbeitszeit am Schreibtisch. Nicht nur der damit einhergehende Bewegungsmangel belastet den Körper. Man darf auch nicht vergessen: auch sitzende Tätigkeiten können mit Zwangshaltungen einhergehen. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und der Abbau der Muskulatur sind die Folge. Durch die überwiegend sitzende Tätigkeit stehen Sehnenscheidenentzündungen, Schulter-Nacken-Syndrome, Verspannungskopfschmerzen sowie  Bandscheiben- und Wirbelsäulenschäden an der Tagesordnung. Muskel-Skelett-Erkrankungen führen die Liste der AU-Tage regelmäßig an.

Der Arbeitsschutz im Büro hat Priorität

Zu den Grundpflichten des Arbeitgebers gehört es, die Gefährdungen für die Beschäftigten zu ermitteln, Maßnahmen zu ihrer Abwehr zu ergreifen und die Beschäftigten darüber zu unterweisen. Das gilt natürlich auch für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze.

Gesundheitliche Gefährdungen an Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen können insbesondere entstehen durch:

  • körperliche Belastungen
  • visuelle Belastungen
  • psychische Belastungen

Zwischen den verschiedenen Belastungen kann es zu vielfältigen Wechselwirkungen kommen.

Körperliche Belastungen

Der Bewegungsapparat, in erster Linie der Schulter-Arm-Bereich, die Halswirbelsäule und die Lendenwirbelsäule, wird besonders durch folgende Faktoren belastet:

  • ungünstige Körperhaltung
  • einseitige Belastung
  • unzureichende Arbeitsmittel
  • unzureichende Arbeitsorganisation

Eine wesentliche Ursache für Beschwerden ist das bei vielen Beschäftigten festzustellende Ungleichgewicht zwischen körperlicher Belastung und muskulärem Trainingszustand. Als Folge können muskuläre Schmerzen und Verspannungen auftreten.

 

Visuelle Belastungen

Alltägliche Büroarbeit und insbesondere die Arbeit an Bildschirmarbeitsplätzen stellen sehr hohe Anforderungen an das Sehvermögen der Beschäftigten. Hohe Belastungen werden oft noch verstärkt durch:

  • ungünstige Arbeitsplatzgestaltung
  • ungünstige Lichtverhältnisse
  • störende Blendung
  • mangelhafte Zeichendarstellung
  • unzureichende Korrektur des Sehvermögens

Nur wenige, meist junge Menschen haben ein uneingeschränkt gutes Sehvermögen. Kleine Abweichungen werden im normalen Alltag durch Ausgleichsmechanismen des Auges und des Gehirns kompensiert: Der Betroffene merkt gar nichts davon.

Autor: Dr. Kurt Kropp