23.06.2016

Regelungen der Arbeitsstättenverordnung: Bildschirmarbeitsplätze

Sicherheitsingenieur

Definition Bildschirmarbeitsplatz

Ein Bildschirmarbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz, der sich in einem Arbeitsraum befindet und mit Bildschirmgerät(en) sowie sonstigen Arbeitsmitteln ausgestattet ist. Eine entsprechende Definition findet sich nun in den Begriffsbestimmungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), die im November 2016 novelliert wurde. Dabei sind Bildschirmgeräte Funktionseinheiten, zu denen insbesondere Bildschirme zur Darstellung von visuellen Informationen, Einrichtungen zur Datenein- und -ausgabe, sonstige Steuerungs- und Kommunikationseinheiten (Rechner) sowie eine Software zur Steuerung und Umsetzung der Arbeitsaufgabe gehören.

Sofern der Bildschirmarbeitsplatz sich im Privatbereich des oder der Beschäftigten befindet und die entsprechende Definition der neuen Arbeitsstättenverordnung erfüllt, handelt es sich um einen Telearbeitsplatz.

Arbeitsstättenverordnung und Bildschirmarbeitsplätze

Die gesetzlichen Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze waren zuvor in der Verordnung zu Arbeiten an Bildschirmgeräten (Bildschirmarbeitsverordnung – BildscharbV) geregelt. Diese wurde mit der Novellierung der ArbStättV außer Kraft gesetzt. Ihre Inhalte wurden zugleich in die ArbStättV übernommen und sind nun vor allem in Anhang 6 der Verordnung zu finden. Dort sind die Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen aufgelistet, und zwar detailliert jeweils zu:

  • Allgemeinen Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze
  • Allgemeinen Anforderungen an Bildschirme und Bildschirmgeräte
  • Anforderungen an Bildschirmgeräte und Arbeitsmittel für die ortsgebundene Verwendung an Arbeitsplätzen
  • Anforderungen an tragbare Bildschirmgeräte für die ortsveränderliche Verwendung an Arbeitsplätzen
  • Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit von Bildschirmarbeitsplätzen

Es wird also u.a. sowohl auf fest installierte PCs eingegangen als auch auf mobile Geräte wie z.B. Laptops.

Ausnahmeregelungen

Übernommen wurden auch die Ausnahmeregelungen der BildscharbV. Es gelten also die Anforderungen der ArbStättV an Bildschirmarbeitsplätze weiterhin nicht für:

  • Bedienerplätze von Maschinen oder Fahrerplätze von Fahrzeugen mit Bildschirmgeräten
  • tragbare Bildschirmgeräte für die ortsveränderliche Verwendung, die nicht regelmäßig an einem Arbeitsplatz verwendet werden (z.B. Notebooks)
  • Rechenmaschinen, Registrierkassen oder andere Arbeitsmittel mit einer kleinen Daten- oder Messwertanzeigevorrichtung, die zur unmittelbaren Benutzung des Arbeitsmittels erforderlich ist
  • Schreibmaschinen klassischer Bauart mit einem Display

Für Bildschirmgeräte, die in Transportmitteln – sofern diese im öffentlichen Verkehr eingesetzt werden – oder in öffentlichen Geldautomaten zum Einsatz kommen, gilt die ArbStättV nicht, weil diese Bereiche nicht unter den Anwendungsbereich fallen.

Handlungshilfe für die Gestaltung

Eine konkrete Handlungshilfe ist auch die DGUV Information 215-410 – Bildschirm- und Büroarbeitsplätze – Leitfaden für die Gestaltung. Sie enthält Vorgaben etwa zur ergonomischen Gestaltung entsprechender Arbeitsplätze sowie zur Vermeidung weiterer gesundheitlicher Belastungen wie etwa Lärm oder Raumklima.

Autor: WEKA Redaktion

Sie sehen nur einen Ausschnitt aus dem Produkt „Sichere Arbeitsplätze in Produktion und Industrie“. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, „Sichere Arbeitsplätze in Produktion und Industrie“ 30 Minuten lang live zu testen - sofort, ohne Registrierung und mit Zugriff auf fast alle Funktionen.

„Sichere Arbeitsplätze in Produktion und Industrie“ jetzt 30 Minuten live testen!