20.12.2016

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Arbeitssicherheit

Unter dem Begriff betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) wird nach längerer Abwesenheit vom Arbeitsplatz ein vorgegebener Ablauf zur Wiederaufnahme des Beschäftigungsverhältnisses verstanden.

Nach § 84 Abs. 2 Sozialgesetzbuch (SGB) IX wird der Arbeitgeber dazu angehalten, ein BEM anzubieten. Dort heißt es: „Sind Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, klärt der Arbeitgeber mit der zuständigen Interessenvertretung […] und mit Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person die Möglichkeiten, wie die Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden werden und mit welchen Leistungen oder Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann (betriebliches Eingliederungsmanagement).“

Mit diesen Maßnahmen ist eine positive Beeinflussung der Leistungen sowohl vonseiten des Arbeitgebers als auch des Arbeitnehmers möglich. Aus diesem Grund gilt die Beachtung des BEM als essentieller Bestandteil eines gesunden Unternehmens.

Die richtige Vorgehensweise

Im Rahmen des BEM gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, für lange Zeit ausgefallene Mitarbeiter wieder an ihre alte Tätigkeit heranzuführen. Das Ziel der Maßnahmen sollte dabei stets die zukünftige Erhaltung der Arbeitsfähigkeit sein. Fällt also ein Mitarbeiter für einen längeren Zeitraum als sechs Wochen aus, wird er von seinem Arbeitgeber telefonisch, brieflich oder persönlich kontaktiert. Diese erste Kontaktaufnahme erfolgt zur Vorstellung des sich hinter dem BEM befindlichen Verfahrens. Nach diesem ersten Gespräch sollte beschlossen werden, ob ein BEM in diesem konkreten Fall erforderlich ist. Dem Arbeiternehmer obliegt hier natürlich ein Mitbestimmungsrecht. Wird ein BEM angestrebt, gilt es, in weiteren Gesprächen den Informationsaustausch zu forcieren. Es erfolgt in aller Regel der Austausch über die Ursachen des Ausfalls und die Festsetzung von Zielen des BEM. In Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt, dem Betriebsarzt und weiteren Experten besteht der nächste Schritt darin, individuelle Maßnahmen für eine erfolgreiche Wiedereingliederung zu definieren. Es folgt ihre Umsetzung und die abschließende Evaluation.

Wichtige Fragestellungen für Betriebliches Eingliederungsmanagement – BEM

Seitens des Personalrats gilt es, im Rahmen des BEM für einen Mitarbeiter die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Ist der Mitarbeiter erstmalig für einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig oder lässt sich innerhalb der vergangenen zwölf Monate ein Erkrankungsmuster erkennen?
  • Hat der Betriebsarzt den konkreten Fall bereits begutachtet?
  • Ist die Erkrankung des Arbeitnehmers in Zusammenhang mit seinem Arbeitsplatz zu sehen?
  • Welche Voraussetzungen müssen für eine Wiederaufnahme seiner Tätigkeit erfüllt sein?
  • Ist der Arbeitnehmer schwerbehindert?
  • Wer hat das Gespräch mit dem Arbeitnehmer gesucht? Handelte es sich dabei um eine dafür geeignete Führungsperson?
  • Auf der einen Seite geht mit dem BEM ein hoher Aufwand von Ressourcen einher. Der große Vorteil des BEM ist aber in der Reduktion von Ausfällen der Arbeitnehmer zu sehen. Zudem kann durch BEM das Ansehen des Unternehmens gesteigert und das Betriebsklima um ein nicht unwesentliches Maß verbessert werden.
Autor: WEKA Fachredaktion

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