Fachbeitrag | Schulung & Unterweisung
04.10.2016

Unterweisung: So einfach wie möglich

Sei es, dass die Muttersprache nicht Deutsch ist oder das Sprachniveau niedrig: Viele Mitarbeiter tun sich schwer, Unterweisungen wirklich zu verstehen. Eine verständliche Form und Sprache sind also wichtig – doch wie funktioniert das? Die Zauberformel lautet: Einfach schreiben und bildhaft gestalten. – Und natürlich gilt das gute Beispiel, mit dem die Kollegen vorangehen.

Unterweisung in 30 Minuten© Sandra Van der steen/​iStock/​Thinkstock

Das Arbeitsschutzgesetz lässt bei der Art der Unterweisung viel Spielraum: In § 12 heißt es, dass der Arbeitgeber die  Mitarbeiter „ausreichend und angemessen“ unterweisen muss. Diese Unterweisungen müssen auf die Beschäftigten ausgerichtet sein und von diesen verstanden werden. In § 9 der Betriebssicherheitsverordnung ist formuliert,
dass angemessene Informationen den Mitarbeitern in für sie verständlicher Form und Sprache zur Verfügung gestellt werden. Doch was heißt das konkret?

Sprache und Darstellung anpassen

Das Sprachniveau muss dem der Beschäftigten angepasst werden, unnötige Fremdwörter und Umschreibungen sind zu vermeiden. Sofern die Beschäftigten nicht ausreichend der deutschen Sprache mächtig sind, kann es erforderlich sein, Betriebsanweisungen in andere Sprachen zu übersetzen. Je schlechter das Sprachniveau bzw. die Kenntnis der deutschen Sprache ist, desto visueller sollten Sie arbeiten und auch einfache Sachverhalte bildlich darstellen.

Selbststudium mit Kontrolle

Wenn Sie befürchten, dass die Inhalte nicht verstanden werden, können Sie die Unterweisung mit einem kleinen Test ergänzen. Sie können diesen gemeinsam mit der unterwiesenen Gruppe lösen (jeder kommt einmal dran und muss eine Lösung vorschlagen, die dann diskutiert wird). Oder Sie lassen die Lösungen einzeln ausfüllen – der Rücklauf
zeigt Ihnen, wo es noch Defizite gibt. Gegebenenfalls können Sie den Vorgesetzten bitten, bestimmten Mitarbeitern im laufenden Betrieb noch einmal zu demonstrieren, wie sie sich zu verhalten haben.

Elektronische Hilfsmittel nutzen

Sie können je nach Thema Inhalte auch ins Intranet stellen. Dazu muss nicht immer eine aufwendige E-Learning– Plattform installiert werden. Hinterlegen Sie die Inhalte im Intranet zusammen mit einem kleinen Test als PDF-Datei. Der Test kann heruntergeladen, ausgefüllt und auf Papier abgegeben werden. Arbeitskollegen sollen die sprachlich weniger versierten Mitarbeiter durch die Übersetzung der Fragen unterstützen. Persönlicher Kontakt zu den Unterwiesenen ist wichtig.

Tipp: Laden Sie sich die 5 Tipps für eine gute Unterweisung herunter. Sie finden Sie im Downloadbereich unter http://www.arbeitsschutz-aktuell.com/. Wenn Sie noch kein Abonnent von Arbeitsschutz-Profi AKTELL sind, können Sie sich hier ein Probeheft mit den Login-Daten bestellen.

Autor: Markus Horn

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