07.04.2021

Berufskrankheit – Definition

Arbeitsunfall

Begriff

Berufskrankheiten sind Krankheiten, die die Bundesregierung nach § 9 Abs. 1 SGB VII in einer Rechtsverordnung bezeichnet, der Berufskrankheiten-Verordnung, und die ein Beschäftigter in einer versicherten Tätigkeit nach §§ 2, 3 und 6 SGB VII erleidet. Die in Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung in einer Liste aufgeführten Erkrankungen müssen nach medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen durch besonders gefährdende Einwirkungen verursacht sein, denen die Beschäftigten in erheblich höherem Maße ausgesetzt sind als die übrige Bevölkerung. Diese Liste wird nach Vorschlägen eines Sachverständigenrats dem Stand der medizinischen Erkenntnisse angepasst.

Vorschriften und Rechtsprechung

  • Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII)
  • Berufskrankheiten-Verordnung (BKV)
  • Unfallversicherungs-Anzeigeverordnung (UVAV)

Arten von Berufskrankheiten

In der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung sind die verschiedenen Arten von Berufskrankheiten nach der Art der Verursachung geordnet. Dort unterscheidet man zwischen:

  • durch chemische Einwirkungen verursachten Krankheiten
  • durch physikalische Einwirkungen verursachten Krankheiten
  • durch Infektionserreger oder Parasiten verursachten Krankheiten oder Tropenkrankheiten
  • Erkrankungen der Atemwege und der Lunge, des Rippenfells und Bauchfells
  • Krankheiten sonstiger Ursache

Zwischen Berufskrankheit und versicherter Tätigkeit muss ein ursächlicher Zusammenhang bestehen. Das heißt, die versicherte Tätigkeit muss die Krankheit verursacht haben, als wesentlicher Faktor zur Entstehung beigetragen haben oder die Krankheit wesentlich verschlimmert haben.

Anzeigepflicht

Berufskrankheiten müssen vom Unternehmer bei der Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Gemäß § 193 Abs. 2 SGB VII muss dies bereits geschehen, wenn Unternehmer im Einzelfall Anhaltspunkte dafür haben, dass eine Berufskrankheit vorliegen könnte.

Ärzte oder Zahnärzte sind gemäß § 202 SGB VII ebenfalls anzeigepflichtig, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Berufskrankheit besteht. Sie müssen den Versicherten über die Anzeige unterrichten und ihm den Unfallversicherungsträger und die Stelle, an die sie die Anzeige übersenden, nennen.

Autor: WEKA Redaktion

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