News | Schulung & Unterweisung
15.01.2015

Ausbildung betrieblicher Ersthelfer wird angepasst

Es tut sich was in der Ausbildung betrieblicher Ersthelfer: Ab April wird die Ausbildung kürzer, dafür gibt es später mehr Fortbildungen. Außerdem werden die Themen gestraffter dargeboten und sollen didaktisch besser aufbereitet werden.

Pflaster© seiki14 /​ iStock /​ Thinkstock

In den letzten Jahren haben sich – so die DGUV – in Bereichen wie etwa der Reanimation deutliche Vereinfachungen ergeben. Verschiedene wissenschaftliche Studien hätten außerdem gezeigt, dass sich in der bisherigen Ersthelfer-Ausbildung die vielen Themen negativ auf die mittel- bis langfristige Verfügbarkeit der Kenntnisse ausgewirkt hätten. Mit anderen Worten: zu viel Stoff, den sich die Teilnehmer nur schlecht merken konnten bzw. den später nur ungenügend umsetzen konnten. Daher hätten sich die Unfallversicherungsträger gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe für eine grundlegende Revision der Ersthelfer-Aus- und Fortbildung entschieden. Kernpunkte:

  1. Die Erste-Hilfe-Ausbildung wird ab 1. April 2015 auf 9 Unterrichtseinheiten (UE) verkürzt.
  2. Der Umfang der regelmäßigen, in Zeitabständen von zwei Jahren erforderlichen Fortbildung wird auf 9 Unterrichtseinheiten erhöht.

Wichtiger Hinweis: Bis zum 31. März 2015 umfasst die Ersthelfer-Aus- und Fortbildung immer noch die Grundschulung im Umfang von 16 Unterrichtseinheiten und das Erste-Hilfe-Training 8 UE. Die Ersthelfer-Ausbildung soll sich zukünftig auf die Vermittlung lebensrettender Maßnahmen, einfacher Erste-Hilfe-Aktionen sowie grundsätzliche Handlungsstrategien konzentrieren. Dies bedeutet laut DGUV

  • den Verzicht auf zu hohe Detailgenauigkeit der Anweisungen
  • Verzicht auf überflüssige medizinische Informationen bei
  • gleichzeitiger didaktischer Optimierung.

Die Fortbildung soll deutlich zielgruppenorientierter gestaltet werden. Dazu werden optionale Themen zur Verfügung gestellt, die anhand des spezifischen Bedarfs bzw. der Anforderungen der Teilnehmer bzw. der Unternehmen ausgewählt und angepasst werden können. Übrigens sollen auch Erste-Hilfe-Maßnahmen für Kinder in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen im Rahmen der Fortbildungen abgedeckt werden können.

Grundsätzliches zu den betrieblichen Ersthelfern

Ersthelfer kann grundsätzlich nur sein, wer in Erster Hilfe ausgebildet ist. Konkrete Vorgaben bezüglich der betrieblichen Ersthelfer stehen in § 26 der DGUV Vorschrift 1 (bisher BGV A1). Eine neue Regelung in § 26 Absatz 2 der DGUV Vorschrift 1 betrifft darüber hinaus die Bestellung der Ersthelferinnen und Ersthelfer. Bisher durften als Ersthelfer nur Personen eingesetzt werden, die bei einer von der Berufsgenossenschaft für die Ausbildung zur Ersten Hilfe ermächtigten Stelle ausgebildet worden sind. Die Voraussetzungen für die Ermächtigung waren in der Anlage 3 der BGV A1 geregelt. Jetzt können auch solche Personen eingesetzt werden, die bereits über eine sanitäts- oder rettungsdienstliche Ausbildung verfügen. Als Ersthelferinnen und Ersthelfer bestellt werden dürfen darüber hinaus Personen, die über eine abgeschlossene Ausbildung in einem Beruf des Gesundheitswesens verfügen. Zudem wurde festgehalten, dass auch solche Personen als fortgebildet gelten, die bei ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen sanitäts- oder rettungsdienstlichen Tätigkeit regelmäßig Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen.

Zick-Zack-Kurs bei den Ausbildungsgebühren 2015

Die Unfallversicherungsträger erhöhen übrigens ab dem 1. 1. 2015 die pauschalierten Lehrgangsgebühren für die Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildungen in zwei Stufen. So erhöhen sich die Pauschgebühren vom 1. 1. 2015 bis einschließlich 31. 3. 2015 für jeden Teilnehmer an einer

  • Erste-Hilfe-Ausbildung (EH-Lehrgang) auf 34,03 € (16 Unterrichtseinheiten),
  • Erste-Hilfe-Fortbildung (EH-Training) auf 22,70 € (8 Unterrichtseinheiten).

Vom 1. 4. 2015 bis 31. 12. 2015 betragen die Pauschgebühren für die dann jeweils nur 9 Unterrichtseinheiten umfassende Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung allerdings einheitlich für jeden Teilnehmer nur noch 28 €.

 

Bild: © seiki14/iStock/Thinkstock

Autor: Markus Horn

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