11.05.2018

Arbeitsschutz im Betrieb: Alles organisiert und dokumentiert?

Ordnung und klare Strukturen statt Blätterchaos und Zuständigkeitswirwarr. Dieser Beitrag (den Sie auch als Checkliste verwenden können) hilft Ihnen dabei, den Arbeitsschutz im Betrieb durchzuorganisieren.

Arbeitsschutz im Betrieb

Für den Arbeitsschutz im Betrieb ist es wichtig, dass die Kommunikationswege und Ansprechpartner klar beschrieben und alle Prozessbeteiligten ständig auf demselben aktuellen Stand gehalten werden. Dazu sollte es klare festgelegte Regelungen geben, wie Informationen zum Arbeitsschutz auf und zwischen den Hierarchieebenen weitergegeben werden: wer, wem, wann, welche Informationen übermittelt.

Allgemeine Regelungen für den Arbeitsschutz im Betrieb

Ist beispielsweise geregelt:

  • Welche Aufgaben in welcher Form delegiert werden (Pflichtenübertragung)?
  • dass die Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt mit den Verantwortlichen zusammen arbeiten und sich frühzeitig gegenseitig informieren (u.a. regelmäßige Berichte, Unfallmeldungen)?
  • bei welchen Themen betriebsärztlicher Rat einzufordern ist?
  • Bei mehr als 20 Beschäftigten: Mit welcher Priorität welche Arbeitsschutzthemen im Arbeitsschutzausschuss gemeinsam mit dem Betriebsarzt behandelt werden?
  • Wie Arbeitszeitaufzeichnungen zu führen sind und wer sie auf- bzw. abzeichnet?
  • Wer in welchen Abständen welche Arbeitsmittel prüft und wo Mängelbeseitigungsberichte verwahrt werden?
  • Wann und welche arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten werden muss/durchzuführen ist?
  • Wer zu welchem Zeitpunkt in Notfällen zu kontaktieren ist?
  • Wer, wann welche arbeitsschutzrelevanten Kennzahlen ermittelt und wie diese kommuniziert werden?
  • Wer überwacht, dass Schulungen, Unterweisungen und Prüfungen durchgeführt werden?
  • Wer, wann welche Fortbildung erhalten kann/aufgefrischt werden muss?
  • Wo und in welcher Form Ersthelfer/Brandschutzhelfer/Brandschutzordnung/Notfallplan/Flucht und Rettungsplan, aushangpflichtige Gesetze, Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisungen, Feuerlöscher den Beschäftigten jederzeit zugänglich gemacht werden müssen?
  • Welche persönliche Schutzausrüstung durch wen, wann zu beschaffen ist?

Regelungen, die externe Stellen betreffen

  • bei welchen Anlässen eine Kommunikation und eine Zusammenarbeit mit externen Stellen aus arbeitsschutzrelevanter Sicht erforderlich oder zweckmäßig sind (zum Beispiel mit Arbeitsschutzämtern, Unfallversicherungsträgern, messtechnischen Einrichtungen, Sachverständigen, Feuerwehr, Arbeitsämtern, anderen Behörden)?
  • wer in welchen Fällen welche Informationen an externe Stellen fertigt und weitergibt (z. B. Mutterschutzanzeigen, Unfallanzeigen, Asbestanzeigepflicht)?
  • wie mit den von den externen Stellen erhaltenen Informationen umgegangen wird?
  • Wer welche Beratungsstellen kontaktieren kann, wenn es um die Wiedereingliederung erkrankter Beschäftigter geht?
  • welche Fremdfirma unter welchen Voraussetzungen wann was im Betrieb machen darf

Regelungen zur Gefährdungsbeurteilung

  • welche Personen an der Gefährdungsbeurteilung beteiligt werden soll, diese erstellt, darauf Zugriff haben soll (Lese-/Veränderungsrechte) und die Wirksamkeitskontrolle durchführt?
  • wer die Gefährdungsbeurteilung für werdende Mütter zeitnah durchführt?
  • Wann und durch wen die Gefährdungsbeurteilung aktualisiert, fortgeschrieben werden soll

Regelung zur Einbindung der Beschäftigten

  • Inwieweit die Beschäftigten ihre Ideen und Erfahrungen zur Verbesserung des Arbeitsschutzes einbringen können (zum Beispiel durch regelmäßige Gespräche mit Führungskräften, in Teambesprechungen, im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, durch ein betriebliches Vorschlagswesen)?
  • Dass und wie zur kontinuierlichen Verbesserung der Gestaltung von Arbeitsplätzen, -umfeld und ihrer -prozesse Beschäftigte in ausreichendem Maße einzubinden sind (u.a. bei Begehungen)
  • wie die Hinweise und Verbesserungsvorschläge der Beschäftigten zum Arbeitsschutz behandelt und die Beschäftigten über das Ergebnis informiert werden
  • dass und an wen Beschäftigte Informationen über Mängel, Gefährdungen, Störungen im Ablauf und Beinahe-Unfälle weitergeben und wie sie dies tun können (u.a. Mängelmeldungen)?
Autor: Stefan Johannsen