27.03.2019

Arbeitsschutz bei Schichtarbeit: Neue Studie zeigt Handlungsbedarf

Im Rahmen einer Studie zur Schichtarbeit haben Wissenschaftler bei Beschäftigten in der Pflege über 24 Stunden personenbezogene Lichtmessungen durchgeführt. Sie erlauben eine detaillierte Analyse der Unterschiede zwischen Tag- und Nacharbeit.

Arbeitsschutz bei Schichtarbeit neue Studie zeigt Lichtexposition

Schätzungsweise sechs Millionen Menschen in Deutschland arbeiten in Schichtsystemen. An den Arbeitsschutz stellt Schichtarbeit dabei ganz besonders große Anforderungen. Denn wer nachts arbeitet, lebt gegen seine innere Uhr. Gerät aber unsere biologische Uhr aus dem Takt, leidet in aller Regel unsere Gesundheit darunter. Eine aktuelle Studie verdeutlicht nun, wie sehr sich die Menge und die Qualität des Lichts, der ein Angestellter in Schichtarbeit ausgesetzt ist, verändert.

Ergebnisse: Die Lichtexposition bei Schichtarbeit

Die Wissenschaftler vom Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA) führten bei Beschäftigten in der Pflege über 24 Stunden personenbezogene Lichtmessungen durch. Diese zeigen, wenig überraschend: Wer nachts arbeitet, ist Licht mit einem hohen Blauanteil viel stärker ausgesetzt als Kollegen, die tagsüber ihren Lebensunterhalt verdienen.

Aber das 24-Stunden-Blaulichtprofil verschiebt sich bei Nachtschichtarbeit nicht nur zeitlich  das Lichtprofil an sich hat auch eine ganz andere Form. Längere Phasen an Dunkelheit gibt es für Nachtschichtarbeitende kaum. Auch wer sich nach einer anstrengenden Nachtschicht zuhause schlafen legt, schläft scheinbar dort, wo es hell ist.

Dunkelheit ist jedoch für die Synchronisation der inneren Uhren wichtig und sorgt für eine gute Schlafqualität. Mit Blick auf die tägliche Praxis könnte dies bedeuten, dass es sinnvoll ist, den Schlafraum beim Tagschlaf noch stärker abzudunkeln.

Methodik der Studie

Die Studie erfasste typische 24-Stunden-Profile des Lichts während Phasen mit Tagarbeit und Phasen mit Nachtarbeit. Dazu untersuchten Wissenschaftler des IPA weibliche Beschäftigte in der Krankenpflege im Schichtdienst.

Die Teilnehmerinnen der Studie trugen Lichtmessgeräte, welche die Lichtexpositionen in verschiedenen Spektralbereichen alle 10 Sekunden aufzeichneten.

Dabei gab es zwei Gruppen:

  • Eine Gruppe bestand aus Frauen, die sowohl Tages- als auch Nachtschichten übernahmen.
  • In der Vergleichsgruppe arbeiteten die Frauen ausschließlich tagsüber.

Die Ergebnisse der Schichtarbeit-Studie wurden jetzt in Zeitschrift Science of The Total Environment veröffentlicht:. Rabstein, K Burek, M. Lehnert, A. Beine, C. Vetter, V. Harth, S. Putzke, T. Kantermann, J. Walther, R Wang-Sattler, D. Pallapies, T. Brüning, T. Behrens. Differences in twenty-four-hour profiles of blue-light exposure between day and night shifts in female medical staff . Sci Tot Environ 2019: 653; 1025-1033.

Folgen für den Arbeitsschutz bei Schichtarbeit

In vielen Berufen kann Schichtarbeit nicht vermieden werden. Allerdings belastet Schichtarbeit die Gesundheit der  Beschäftigten. Besonders gilt das für die Nachtschicht.

Schichtarbeit kann jedoch auch gesundheitsbewusst gestaltet werden. Zum Beispiel sollten verschiedene Schichten nicht gemischt werden. Stattdessen sollten Schichten nach 2 bis 3 Tagen vorwärts rotierend gewechselt werden: von der Früh- auf die Spät- auf die Nachtschicht.

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Quelle: DGUV

Autor: WEKA Redaktion