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20.03.2017

Neue Arbeitsplatzgrenzwerte der EU

Die EU hat neue Arbeitsplatzgrenzwerte (Richtwerte) für die inhalative Belastung mit Gefahrstoffen am Arbeitsplatz veröffentlicht.

© 3drenderings/​iStock/​Thinkstock

Die EU hat für 31 Gefahrstoffe Arbeitsplatzgrenzwerte (Richtgrenzwerte) festgelegt (Richtlinie der Kommission 2017/164/EU vom 31. Januar 2017 ; Amtsblatt Nr. L 27 vom 1. Februar 2017 auf Seite 115).

Für 25 Stoffe werden erstmals Richtgrenzwerte festgelegt, unter anderem für:

  • Mangan
  • Schwefeldioxid
  • Dichlormethan
  • Ethylacetat
  • Calciumhydroxid

Die bestehenden Richtgrenzwerte für die 6 Stoffe

  • Bisphenol A
  • Calciumdihydroxid
  • 1,4-Dichlorbenzol
  • Essigsäure
  • Lithiumhydrid
  • Stickstoffmonoxid

wurden geändert und die betreffenden Einträge in den Anhängen der früheren Grenzwert-Richtlinien gestrichen.

Tipp: Die vollständige Liste aller neuen und geänderten  Arbeitsplatzgrenzwerte finden Sie mit den Vergleichswerten aus der TRGS 900 im Downloadbereich.

Was sind Arbeitsplatz-Richtgrenzwerte?

Arbeitsplatz-Richtgrenzwerte der EU sind gesundheitsbasierte Werte. Sie werden vom SCOEL – der „Europäischen MAK-Kommission“ – aus den neuesten wissenschaftlichen Daten abgeleitet und von der Kommission unter Berücksichtigung der verfügbaren Messtechniken festgelegt. Sie stellen Expositionsgrenzen dar, unterhalb deren im Allgemeinen für einen chemischen Arbeitsstoff nach kurzfristiger oder täglicher Exposition während des Erwerbslebens keine schädlichen Auswirkungen zu erwarten sind. Diese Werte entsprechen also hinsichtlich ihrer Definition und Zielsetzung den deutschen Arbeitsplatzgrenzwerten (TRGS 900).

Die Mitgliedstaaten sind gehalten, für die im Anhang der Richtlinie aufgeführten chemischen Arbeitsstoffe nationale Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) festzulegen; dabei sind die Unionsgrenzwerte zu berücksichtigen, begründete Abweichungen sind jedoch möglich.

Was bedeuten die neuen Arbeitsplatzgrenzwerte für deutsche Betriebe?

Die geänderten Grenzwerte werden von den deutschen Regelungen bereits erfüllt; lediglich der Wert für Lithiumhydrid muss angepasst werden, da der neue EU-Wert sich auf die Spitzenkonzentration (15 min.) bezieht. Der bisherige – zahlenmäßig gleiche – Grenzwert bezog sich auf die 8-Stunden-Schicht, wie es auch nach TRGS 900 gilt.

Für den Untertagebau und den Tunnelbau können die Mitgliedstaaten für Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid und Kohlenmonoxid eine Übergangsfrist bis zum 21. August 2023 in Anspruch nehmen.

Die Richtlinie ist am 21. Februar 2017 in Kraft getreten. Die Mitgliedstaaten müssen die neuen Grenzwerte spätestens zum 21. August 2018 in nationales Recht umzusetzen und anwenden.

 

 

Autor: Ulrich Welzbacher

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