23.06.2021

Strahlenexposition

Sicherheitsingenieur

Wenn Strahlung auf Materie trifft, gibt sie Energie ab. Diese Energieabgabe ist das Maß für die Strahlenexposition. Der Begriff Dosis beschreibt die Strahlenexposition.

Strahlung überträgt Energie auf Materie und bewirkt dort physikalische und biologische Effekte. Die übertragene Energie wird als Energiedosis D in Gray (Gy) gemessen. 1 Gy entspricht absorbierter Energie von 1 Joule pro 1 kg Materie.

Vorschriften und Rechtsprechung

  • Strahlenschutzverordnung (StrlSchV)
  • Richtlinie „Strahlenschutz in der Medizin“ zur Strahlenschutzverordnung (StrlSchV)
  • Diagnostische Referenzwerte für nuklearmedizinische Untersuchungen
  • Diagnostische Referenzwerte für diagnostische und interventionelle Röntgenuntersuchungen

Organdosis und Umgang mit radioaktiven Stoffen

Im Strahlenschutz wird zusätzlich der Begriff der Organdosis verwendet. Die Organdosis ist nicht messbar, sondern nur auszurechnen. Sie ist nur auf den Menschen anzuwenden und wird in Sievert gemessen. Sie berücksichtigt die unterschiedliche Wirkung verschiedener Strahlenarten durch die Multiplikation von Energiedosis mit dem Strahlungswichtungsfaktor.

Der Strahlungswichtungsfaktor WR beschreibt die Qualität der Strahlung. W = 1 für Röntgen-, Beta- und Gammastrahlung, W = 20 für Alphastrahlung, W = 5 bis 20 bei Neutronenstrahlung.

Die effektive Dosis oder effektive Äquivalentdosis beschreibt das gesundheitliche Risiko, das mit einer stochastischen Strahlenwirkung verbunden ist. Sie errechnet sich aus der Summe der Organdosen multipliziert mit den Gewebewichtungsfaktoren.

Die Gewebewichtungsfaktoren WT geben die unterschiedliche Strahlenempfindlichkeit von Geweben wieder. WHaut = 0,01 oder WGonaden = 0,2.

Die effektive Dosis ist somit der wichtigste Vergleichswert für eine Strahlenexposition, da sich sowohl übertragene Energie, Strahlungsart als auch die spezifische Gewebeempfindlichkeit darin widerspiegeln.

Beim beruflichen Umgang mit radioaktiven Stoffen besteht die Möglichkeit einer Strahlenexposition durch äußere Strahlenquellen oder durch Inkorporation radioaktiver Stoffe. Eine Kontamination der Haut, der Kleidung oder von Arbeitsgegenständen kann sowohl eine äußere als auch eine innere Strahlenexposition zur Folge haben, beim Umgang mit radioaktiven Stoffen kann diese Strahlenexposition durch sachgerechtes Arbeiten vermieden werden.

Als Patient in Nuklearmedizin, Strahlentherapie oder Radiologie kann eine Strahlenexposition nicht vermieden werden – ist ja teilweise bei Therapien auch das Ziel. Hier kommt es aber auf die Einhaltung von diagnostischen und therapeutischen Referenzwerten an, um bei guter Diagnostik und Therapieerfolg eine möglichst geringe Strahlenexposition zu erreichen. Auch gilt es bei der Stellung einer rechtfertigenden Indikation für eine Untersuchung mit Strahlung eine unnötige Strahlenexposition zu vermeiden. Untersuchungen ohne Strahlung, wie z.B. Ultraschall, sind Untersuchungen mit Strahlung, wenn sie den gleichen Zweck erfüllen, vorzuziehen. Wer eine Tätigkeit mit radioaktiver Strahlung plant oder ausübt, ist verpflichtet, jede unnötige Strahlenexposition oder Kontamination von Mensch und Umwelt zu vermeiden.

Autor: WEKA Redaktion

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