23.06.2021

Arbeitsgruben und Unterfluranlagen

Sicherheitsingenieur

Für Arbeiten unter Fahrzeugen, wie z.B. Pkws, Lkws oder Zügen, werden Arbeitsgruben und Unterfluranlagen benötigt. Dabei spricht man nur dann von einer Unterfluranlage, wenn in der Decke eines kellerartigen Raums eine oder mehrere Arbeitsöffnungen eingelassen sind und der Raum in der Regel nicht durch diese, sondern durch eine gesonderte Treppe zum Kellergeschoss betreten wird.

Vorschriften und Rechtsprechung

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
  • ASR A1.8 – Verkehrswege
  • ASR A2.1 – Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen
  • ASR A2.2 – Maßnahmen gegen Brände
  • ASR A3.4 – Beleuchtung
  • ASR A3.6 – Lüftung
  • DIN VDE 0100-737 – Errichten von Niederspannungsanlagen – Feuchte und nasse Bereiche und Räume und Anlagen im Freien
  • DIN EN 60529/VDE 0470-1 – Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)
  • DIN EN 60598-2-8; VDE 0711-2-8 – Leuchten -– Teil 2-8: Besondere Anforderungen – Handleuchten
  • DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
  • DGUV Vorschrift 3 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
  • DGUV Vorschrift 70 Fahrzeuge
  • DGUV Vorschrift 73 Schienenbahnen
  • DGUV Vorschrift 79 Verwendung von Flüssiggas
  • DGUV Regel 113-001 Teil 1 Explosionsschutz-Regeln (EX-RL)
  • DGUV Regel 113-004 Behälter, Silos und enge Räume – Teil 1: Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen
  • DGUV Regel 109-002 Arbeitsplatzlüftung – Lufttechnische Maßnahmen
  • DGUV Regel 110-009 Richtlinien für die Verwendung von Flüssiggas
  • VBG-Fachinfoblatt – Gruben und Unterfluranlagen

Einsatzbereiche und Anforderungen an Arbeitsgruben

Beim Bau von Fahrzeugen, aber besonders in Prüf-, Wartungs- und Reparaturanlagen für Pkws, Lkws, Busse, Baufahrzeuge, Landmaschinen und Züge sind Arbeitsgruben und Unterfluranlagen unverzichtbar.

Im Sinne des Gesundheitsschutzes sind Anforderungen an Zugänge und Ausstiege zu erfüllen, um ein leichtes Betreten und schnelles Verlassen bei Gefahr zu gewährleisten.

  • Bei Arbeitsgruben unter 5 m Länge gilt diese Anforderung als erfüllt, wenn an einer Seite eine Treppe mit Neigung nicht steiler als 45° und an der anderen Seite eine fest angebrachte Steigleiter mit Handlauf vorhanden ist.
  • Bei Arbeitsgruben, die mehr als 5 m lang sind, muss an jedem Ende eine Treppe vorhanden sein. Falls ihre Länge das Arbeiten an mehreren Fahrzeugen zulässt, ist darauf zu achten, dass die Zugangstreppen nicht durch ein Fahrzeug verstellt sind und zwischen den Fahrzeugen zumindest eine bewegliche Notausstiegsleiter befestigt ist – dies gilt auch für Arbeitsöffnungen von Unterfluranlagen.
  • Unbenutzte Arbeitsöffnungen müssen betretbar abgedeckt oder mit Ketten gegen Stürze abgesichert werden.
  • Für Arbeiten in Arbeitsgruben und Unterfluranlagen gelten besondere Verhaltensregeln im Hinblick auf den Brand- und Explosionsschutz (DGUV Regel 109-008). Auch aus diesem Grund und zum Schutz vor gesundheitsgefährdenden Schadstoffemissionen müssen Arbeitsöffnungen, die tiefer als 1,60 m sind, mit einer technischen Lüftungsanlage ausgestattet sein.

 

Autor: Renata Kasravi

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