23.06.2021

Arbeitsbühnen für Frontlader oder Gabelstapler

Sicherheitsingenieur

Eine Arbeitsbühne ist eine kleine Hebebühne als Aufsatz für einen Frontlader oder Gabelstapler. Sie besteht aus einer rechteckigen rutschfesten Arbeitsplattform, die, nach oben offen, an allen vier Seiten mit mindestens 1 m hohen, angeschweißten Fallschutzgeländern wie ein Korb eingefasst ist und das freihändige Arbeiten in der Höhe ermöglicht.

Im Gegensatz zur Hebebühne ist sie nie selbstständig bedienbar, sondern setzt einen Fahrzeugfahrer und die Absprache des Arbeitenden im Korb mit dem Fahrer voraus. Arbeitsbühnen sind für den Einsatz im Innen- und Außenbereich, z.B. zu Montagezwecken, Reparaturarbeiten, Reinigung, Malerarbeiten an Fassaden und Decken, Baumpflege etc. konzipiert. Sie besitzen ein Einstiegstor und zum Schutz gegen Scher- und Quetschverletzungen meist einen außen unterhalb des Handlaufs umlaufenden Abstandshalter.

Vorschriften und Rechtsprechung

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • DGUV Vorschrift 68 „Flurförderzeuge“
  • DGUV Information 208-004 „Gabelstapler“

Einsatzmöglichkeiten und Ausführungen

Die Arbeitsbühne als Anbaugerät ist aus Landwirtschaft, Industrie und den Fuhrparks von Bauhöfen nicht mehr wegzudenken. Man findet sie nicht nur in der Landschaftspflege und im Forstbetrieb, sondern auch bei der Lagerhaltung, bei Reparaturen an Stromleitungen und Straßenlaternen, beim Reinigen und Austausch hoher Fenster, bei Maler- und Sanierungsarbeiten an Fassaden und in Gebäuden mit hohen Räumen, wie z.B. Kirchen. Sie sind immer dort hilfreich, wo das Anstellen einer Leiter nicht möglich oder das Arbeiten auf einer Leiter nicht sicher ist. Außerdem ermöglichen Anbau-Arbeitsbühnen, erhöht mit einem zusätzlichen Untersatz, eine Arbeitshöhe von bis zu 6,50 m.

Bei Holzarbeiten ist ein Holzaufsatz auf dem Handlauf notwendig, der vor den Folgen eines unbeabsichtigten Abrutschens mit der Motorsäge schützt.

Als Anbaugerät auf einem Gabelstapler ist an der Rückwand ein Schutzgitteraufsatz zwingend vorgeschrieben.

Für den gelegentlichen oder auch mobilen Einsatz gibt es Arbeitsbühnen als faltbares Anbaugerät, die z.B. im Laderaum eines Kraftfahrzeugs transportiert werden können.

Gabelstapler – Einsatz von Arbeitsbühnen

Arbeitsbühnen müssen bestimmungsgemäß benutzt werden, d.h. dass sie nur im abgesenkten Zustand verfahren und Bewegungen nur langsam und mit Vorsicht ausgeführt werden dürfen. Eine einwandfreie Verständigung sowie klare und eindeutige Kommandos sind ebenfalls notwendig.

Bei Arbeiten mit Arbeitsbühnen direkt an Regalen oder in Schmalgängen ist oft kein ausreichender Sicherheitsabstand von mindestens 50 cm zwischen den Außenkonturen der Arbeitsbühne und festen Teilen der Umgebung vorhanden. Damit sind in diesen Fällen zusätzliche Sicherungen vor Quetsch- und Schergefahren zwischen Arbeitsbühne und Regal, z.B. eine Beidhandzustimmungsschaltung für jeden Mitfahrer, zwingend erforderlich (siehe Unfallverhütungsvorschrift Flurförderzeuge DGUV Vorschrift 68 § 26 Abs. 2 und DIN 15185-2).

Bei Arbeiten mit Arbeitsbühnen direkt an Regalen oder in Schmalgängen ist oft kein ausreichender Sicherheitsabstand von mindestens 50 cm zwischen den Außenkonturen der Arbeitsbühne und festen Teilen der Umgebung vorhanden. Damit sind in diesen Fällen zusätzliche Sicherungen vor Quetsch- und Schergefahren zwischen Arbeitsbühne und Regal, z.B. eine Beidhandzustimmungsschaltung für jeden Mitfahrer, zwingend erforderlich (siehe Unfallverhütungsvorschrift Flurförderzeuge DGUV Vorschrift 68 § 26 Abs. 2 und DIN EN 15185-2)

Standsicherheit

Mitgänger-Flurförderzeuge sind nur für die Handhabung von Lasten und nicht für das Hochfahren von Personen geeignet, dafür sind sie nicht standsicher genug. Wenn z.B. bei großer Hubhöhe seitlich aus der Arbeitsbühne heraus eine große Kraft aufgebracht werden muss, wie es z.B. beim Herausziehen einer schweren Last aus einem Regalfach der Fall ist, können sie umkippen. Nach der Unfallverhütungsvorschrift „Flurförderzeuge“ DGUV Vorschrift 68 § 26 Abs. 1 dürfen nur Gabelstapler mit ausreichender Tragfähigkeit zur Aufnahme von Arbeitsbühnen eingesetzt werden.

Den erforderlichen Nachweis über die Standsicherheit eines Gabelstaplers mit Arbeitsbühne muss der Hersteller oder der Lieferer bzw. ein Sachverständiger unter Einbeziehung der örtlichen Betriebsbedingungen für einen bestimmungsgemäßen Betrieb führen. Geeignete Arbeitsmittel zum Be- und Entladen von sperrigen oder schweren Lasten sind z.B. selbstfahrende Arbeitsbühnen mit ausreichender Standsicherheit und Zustimmungsschaltung, die verhindern, dass Körperteile während der Hubbewegung gequetscht oder abgesichert werden können.

 

Autoren: Renata Kasravi , Martin Weyde

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