30.11.2020

Arbeiten im Winter: So beugen Sie Problemen vor

Arbeiten im Winter: Das bedeutet für viele Beschäftigte, die nicht im Büro beschäftigt sind, ein stark erhöhtes Risiko, krank zu werden, und zwar ganz unabhängig von der COVID-19-Bedrohung. Denn entweder müssen sie bei Kälte, Eis und Schnee den größten Teil des Tages im Freien arbeiten oder sie sind häufigen Temperaturwechseln zwischen drinnen und draußen ausgesetzt. Außerdem müssen Sie auch an Mitarbeiter denken, die wegen einer Vorerkrankung stärker als andere gefährdet sind. Für jede dieser Gruppen finden Sie hier praktische Tipps, die Ihnen helfen, Ihre Beschäftigten optimal zu schützen und alle möglichst gesund durch den Winter zu bringen.

3 Männer arbeiten im winter auf der baustelle

Wie Sie Mitarbeiter im Freien schützen

Wer im Winter draußen arbeitet und stundenlang im Freien zubringen muss, braucht Ihre Unterstützung in puncto Arbeitsschutz ganz besonders. Achten Sie darauf, dass bei Draußen-Arbeiten im Winter folgende Bedingungen immer gegeben sind:

  • Die Zugangswege müssen geräumt und gestreut sein.
  • Die Arbeitsplätze müssen mit Zäunen und Arbeitszelten vor Schnee, Regen und Wind, aber auch vor Dachlawinen geschützt sein.
  • Für Pausen stehen geheizte Räumlichkeiten (ggf. auch beheizbare Fahrerkabinen) zur Verfügung.
  • Es gibt Getränkespender mit warmen Getränken und Suppen und man kann Essen erwärmen.
  • Winterschutzkleidung auch zum Wechseln während des Arbeitstags ist vorhanden und warme Umkleideräumlichkeiten werden angeboten.
  • Es gibt sanitäre Anlagen mit warmem Wasser zum Händewaschen und Hautschutzmittel.
  • Eine ausreichende Beleuchtung insbesondere für die frühen und späten Tagesstunden ist sichergestellt.
  • Bereitgestellte Winterschutzkleidung wird in der kalten Winterphase besonders häufig und genau auf Schäden und Funktionsfähigkeit geprüft und gereinigt.
  • Der Einsatzplan berücksichtigt die Empfehlungen nach DIN 33403-5.

Mit „Zwiebeltechnik“ gut durch den Winter

Wird während der Arbeitszeit häufig zwischen Tätigkeiten im Freien und in geschlossenen Räumen gewechselt, kann dies gesundheitlich ziemlich riskant sein. Hier sind deshalb folgende Vorkehrungen sinnvoll:

  • Lassen Sie in Eingangsbereichen Räumlichkeiten vorhalten, in denen feuchte Schutzkleidung während des Aufenthalts drinnen trocknen kann.
  • Stellen Sie im Eingangsbereich Schutzkleidung ggf. mehrfach zur Verfügung, damit gewechselt werden kann.
  • Lassen Sie Fußmatten auslegen und Streu ausbringen, um die Rutschfestigkeit im Eingangsbereich sicherzustellen.
  • Falls nötig, müssen stark frequentierte Verkehrswege auch mehrmals täglich geräumt und gestreut werden.
  • Für Schutzkleidung empfiehlt sich das Zwiebelprinzip: Wird nur für einen kurzen Zeitraum von draußen nach drinnen oder umgekehrt gewechselt, können die Beschäftigten nur die äußere Kleidung ab- oder anlegen.

Denken Sie auch an Beschäftigte mit Vorerkrankungen

Beim Arbeiten im Winter setzen bestehende Vorerkrankungen die Belastungsfähigkeit und die Widerstandskraft herunter.

So sollten sich beispielsweise herzkranke Arbeitnehmer nicht für längere Zeit im Freien aufhalten, weil sich bei Kälte die Arterien zusammenziehen und der Blutdruck steigt. Wenn die Tätigkeit dann zusätzlich körperlich anstrengend ist, kann eine gefährliche Situation entstehen.

Auch Beschäftigte mit Asthma oder COPD (= chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) sollten kalte Luft meiden, da sich hier die Bronchien zusammenziehen und es zu Anfällen kommen kann.

Deshalb sollte der Betriebsarzt speziell für die kältere Winterphase eine Beratung für belastete oder vorerkrankte Beschäftigte anbieten.

Checkliste: Schutz der Beschäftigten im Winter

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Hinweis: Arbeiten im Winter und die Corona-Pandemie

Die Empfehlungen des folgenden Beitrags gelten unabhängig von den Gefahren durch die Corona-Pandemie. Dennoch müssen diese Gefahren natürlich auch bei allen Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten beim Arbeiten im Winter mitberücksichtigt werden.

Vergessen Sie in geschlossenen Räumen vor allem das Lüften nicht: Erstellen Sie Arbeitsanweisungen für regelmäßiges und anlassbezogenes Lüften (Frequenz je nach Raumgröße und Anzahl der Beschäftigten, der Nutzungsdauer sowie der Art und Beschaffenheit der RLT-Anlage).

Zum Glück bieten viele COVID-19-Schutzmaßnahmen – wie Abstand halten, Hände waschen, Mund-Nasen-Schutz, Desinfizieren, Lüften – gleichzeitig und quasi „automatisch“ auch eine sehr gute Vorbeugung gegen Grippe- und Erkältungskrankheiten.

Autor: Markus Horn