Umformen von Stahl wird energieeffizienter
Das Bundesumweltministerium stellt rund 780.000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm für ein Pilotprojekt der Walzwerke Einsal GmbH in Nachrodt-Wiblingswerde (Nordrhein-Westfalen) zur Verfügung.
Das Unternehmen wird durch den Einsatz einer energieeffizienten und Ressourcen schonenden Umformtechnologie jährlich 327 Tonnen CO2 und 150 Tonnen Stahl einsparen.
Die Walzwerke Einsal GmbH ist ein
mittelständisches Familienunternehmen, das neben Warm- und Kaltwalzprodukten
blank gezogenes Flach- und Vierkantmaterial sowie Sonderprofile nach Kundenvorgaben
aus Walzdraht und Stabstahl fertigt. Die Produkte werden u. a. im
Kraftwerksbau, in der Automobilindustrie, der Medizintechnik und der
Bauindustrie eingesetzt.
Beim klassischen Umformprozess wird das Material in einem 70 Grad Celsius
heißen Tauchbad erwärmt, mit einem Ziehhilfsmittel überzogen und anschließend
mit hoher Kraft durch eine Form gezogen. Dieser Prozess ist mit einem hohen
Energieverbrauch verbunden. In Zukunft wird das Material elektrisch induktiv
erwärmt. Dies erlaubt eine zeit- und punktgenaue Temperierung der Werkstücke.
Es können zudem das Temperaturfenster erweitert und damit auch
umweltfreundlichere Ziehmittel eingesetzt werden. Die Beschichtung wird
aufgesprüht. Der dadurch erzielte dünnere und gleichmäßigere Auftrag verbessert
auch die Oberfläche des Werkstücks. Eine innovative Vorrichtung zum Einstoß in
das Ziehwerkzeug erübrigt das bisherige Anspitzen der Stabenden und vermeidet
damit Materialverluste. Mit dem neuen Verfahren kann ein Wirkungsgrad von bis
zu 85 Prozent erreicht werden. Herkömmliche Umformtechnik hat dagegen nur einem
Wirkungsgrad von 25 bis 45 Prozent.
Quelle: Bundesumweltministerium (www.bmu.de)
Stand: Februar 2010
