Bald eigene Agentur für EU-Abfallrecht?
Knapp ein Fünftel der Abfalltransporte in der EU sind illegal, zahlreiche Mülldeponien entsprechen nicht den Normen. Um dagegen vorzugehen, schlägt die EU-Kommission vor, eine eigene europäische Agentur im Abfallrecht ins Leben rufen.
Das ist das Ergebnis einer Studie, die
die Kommission Anfang Februar veröffentlichte. Die Agentur soll dem
"Grundproblem einer schlechten Anwendung und Durchsetzung des europäischen
Abfallrechts" begegnen.
Die neue Einrichtung sollte eine Reihe von Kontrollaufgaben wahrnehmen, z. B.
die Überprüfung der Durchsetzungssysteme in den Mitgliedstaaten sowie direkte
Inspektionen von Anlagen bei gravierenden Verstößen. Ein europäisches Netzwerk
von Mitgliedstaaten müsste die Agentur bei einer Reihe von Tätigkeiten
unterstützen.
2010 soll eine "gründliche Kosten-Nutzen-Analyse" durchgeführt
werden, im nächsten Jahr könnten weitere Schritte vorgeschlagen werden, so die
EU-Kommission.
Das Problem der unzureichenden Umsetzung des Abfallrechts habe sich in den letzten
Jahren mit dem zunehmenden Abfallaufkommen verschärft. Jährlich fallen in der
EU etwa 2,6 Milliarden Tonnen Abfälle an, von denen etwa 90 Millionen Tonnen
als gefährliche Abfälle eingestuft werden. Die EU-Kommission hat berechnet,
dass die tatsächliche Anwendung aller EU-Vorschriften im Abfallbereich neben
den anderen positiven Umwelteffekten jährlich knapp 200 Millionen Tonnen
CO2-Äquivalente einsparen könnte.
Quelle: EU-Koordination des Deutschen Naturschutzrings - DNR (www.eu-koordination.de)
Stand: Februar 2010
