Unternehmen noch nicht bereit für dritte Emissionshandelsperiode
Deutsche Unternehmen bereiten sich nicht ausreichend auf die für 2013 geplante Verknappung von Emissionsrechten im Emissionshandel in der Europäischen Union vor. Das besagt die Anfang Juli veröffentlichte Studie „CO2 Barometer" der KfW Bankengruppe und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).
Laut der Umfrage unter 121 deutschen Unternehmen befassen sich emissionshandelspflichtige Unternehmen kaum mit solchen „Kosten und Risiken". Fast zwei Drittel von ihnen wissen nicht, „wie viel Geld sie künftig für die Ersteigerung von Zertifikaten ausgeben müssen". Nur 57 Prozent planen in den kommenden zwei Jahren Maßnahmen zur CO2-Reduktion und lediglich die Hälfte hat sich schon am Handel mit Emissionsrechten beteiligt. Bisher waren Unternehmen mit genügen Gratis-Zertifikaten ausgestattet.
Angesichts der Änderungen ab 2013 sollten „Unternehmensstrategien an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst werden", rät der ZEW-Experte Andreas Löschel. Dazu gehöre beispielsweise das sogenannte „Carbon Management", um den eigenen Verschmutzergrad festzustellen. Allerdings fällt es den Unternehmen schwer, künftige Kosten für Emissionshandel in ihre Planungen einzubeziehen, weil bisher noch keine klaren, von der Politik gesetzten Langfrist-Rahmenbedingungen erkennbar sind.
Bisher waren deutsche Unternehmen ausreichend mit Emissionszertifikaten ausgestattet, da sie in der ersten und zweiten Phase des Emissionshandels hauptsächlich gratis verteilt wurden. Um einen größeren Anreiz zur Reduktion des CO2-Ausstoßes von Betrieben zu schaffen, senkt die Europäische Kommission in der dritten Handelsphase ab 2013 die EU-weite Obergrenze für CO2-Emissionen. Damit werden weniger Emissionszertifikate zur Verfügung stehen. Zudem wird auch die Zahl der Gratis-Zertifikate gesenkt. Wer zusätzliche Emissionsrechte braucht, muss sie dann ersteigern, wobei angesichts der Angebotsverknappung mit steigenden Preisen zu rechnen ist. Alternativ können die Firmen durch Investitionen in klimafreundliche Technologien ihren CO2-Ausstoß senken. Wenn ihnen dadurch ein Überschuss an Emissionszertifikaten entsteht, können sie diese verkaufen.
Den Energieversorgern sagen Experten eine besonders schwierige Umstellung voraus: Sie müssen ab 2013 ihren gesamten Bedarf an Emissionsrechten ersteigern.
Quelle: Rat für nachhaltige Entwicklung (www.nachhaltigkeitsrat.de)
Stand: August 2010
