Erdwärme in Basel vorerst auf Eis
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Geothermie - Unbegrenzte Energie aus dem Erdreich, so titelte eine umwelthome-Serie vor einigen Jahren und stellte Prinzipien und Chancen der Nutzung von Erdwärme sowie einige konkrete Geothermie-Projekte in Deutschland vor. Seitdem hat sich die Stromerzeugung aus Geothermie zum weltweiten Boom entwickelt. Die Vorteile der Erdwärme-Nutzung liegen auf der Hand: Nahezu unbegrenzte Energie, welche unabhängig von Klima, Jahreszeiten, Tageszeiten und Wetterverhältnissen und langfristig zur Verfügung steht, ohne Abfälle oder Emissionen größeren Ausmaßes zu hinterlassen. Der Wärmevorrat im Inneren der Erde könnte – theoretisch – den (derzeitigen) Energiebedarf der Menschheit für gut 100.000 Jahre decken. Kein Wunder, dass auch in Deutschland die Nutzung von Geothermie stark zunimmt. Das erste geothermische Kraftwerk hierzulande in Deutschland hat 2004 in Neustadt-Glewe den Betrieb aufgenommen. Doch die 50.000 oberflächennahen Anlagen hierzulande sind immer noch wenig im Vergleich zur Situation in Schweden oder der Schweiz, wo der Marktanteil der Erdwärme um ein Vielfaches höher ist. Einen leichten Dämpfer erfuhr die Euphorie dieser Tage bei einem Hydrothermal-Projekt in Basel. Hier sollte das erste kommerziell genutzte Geothermie-Kraftwerk der Welt nach dem „Deep Heat Mining“-Verfahren gebaut werden. In unterirdische Kluftsysteme gepresstes Wasser soll sich dort erhitzen, über eine zweite Bohrung nach oben gepumpt werden und dann über einen Wärmetauscher Turbinen antreiben und Strom erzeugen, Doch was als Vorteil galt, die vergleichsweise geringe Tiefe des heißen Wassers am Rand der europäischen Kontinentalplatte, könnte sich als Pferdefuß erweisen. Beim Erproben des Gebietes hatte das eingepresste Wasser mehrere kleinere Erdstöße ausgelöst. Zwar hatte auch das mit der Stärke von 3,4 größte Beben keine Schäden verursacht und die meisten Nachbeben wurden eher von seismografischen Messgeräten als menschlichem Empfinden bemerkt, dennoch ist die Besorgnis in Basel und Umgebung groß. Die Bohrungen wurden mittlerweile eingestellt und die Kantonsregierung hat eine Risikoanalyse angekündigt. Die Ängste in Basel sind verständlich, hatte doch just hier vor etwa 650 Jahren das stärkste Erdbeben nördlich der Alpen seit Beginn der Geschichtsschreibung große Teile des mittelalterlichen Basels in Schutt und Asche gelegt. Mit oder ohne Erdwärmeprojekte, Basel zählt neben San Franzisko zu den zehn Städten mit dem höchsten Erdbebenrisiko weltweit. Ob das Risiko für größere Beben mit Gebäudeschäden oder schlimmeren Folgen durch ein Erdwärme-Projekt erhöht wird, darüber werden die Experten in den kommenden Wochen diskutieren. Den weiteren Ausbau der Geothermie-Nutzung wird der Basler Problemfall nicht stoppen. Friedhelm Kring Frühere Meldungen zum Thema: Geothermie - Unbegrenzte Energie aus dem Erdreich
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