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Produktsicherheit | 15.11.2009

Mit Mikrowelle gegen Materialfehler – neue Prüfverfahren auf dem Vormarsch: FH Magdeburg entwickelt zerstörungsfreie Prüfung von Faser-Kunststoffverbunden

Faserverstärkte Kunststoffe haben in vielen Industriezweigen breite Anwendungsbereiche erobert. Nicht nur in der Luftfahrt, Automobil- und Medizintechnik und im Maschinenbau gibt man längst Kunststoffen den Vorzug vor den früher traditionell verwendeten metallischen Materialien. Die Gründe sind unterschiedlich, liegen aber vor allem in den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Bisher fehlen für diese Werkstoffe oft noch geeignete Verfahren zum Überprüfen der einsatzspezifischen Anforderungen. Das kann sich jetzt schnell ändern.

Sobald zerstörungsfreie Prüfverfahren zur Verfügung stehen, lassen sich zahllose neue Anwendungsbereiche für Faserverbundwerkstoffe erschließen. Röntgen- und Ultraschallmethoden sind aus der Medizinprüftechnik bereits bekannt. „Unser neues Mikrowellenprüfverfahren ist für elektrisch isolierende Materialien bestens geeignet - so zum Beispiel Glas und Kunststoffe oder glasfaserverstärkte Kunststoffe", versichert Prof. Dr. Johann Hinken, Projektleiter an der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH).

Solche verstärkten Kunststoffe werden in Rotorblättern von Windkraftanlagen oder in den Frontteilen von Zügen verbaut. Dort ist es wichtig zu wissen, ob Hohlräume oder Risse bei der Herstellung oder auch im Betrieb aufgetreten sind. Dies ist denkbar nach einem Blitzeinschlag innerhalb des Rotorblatts. In Vorstudien hat sich das Mikrowellenverfahren bewährt, wenn zerstörungsfreie Prüfungen unverzichtbar waren. Dieses Verfahren war bisher eher ein akademisches Thema, gewinnt aber durch neue Werkstoffe zunehmend an Bedeutung. Die Zielstellung der Magdeburger Forscher ist es nun diese Prüftechnik industriell einsetzbar zu machen.

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Projektarbeit in den nächsten zwei Jahren sind an der Hochschule Magdeburg-Stendal besonders gut. Hier wird bereits seit Jahren erfolgreich auf dem Gebiet der Faserverbundwerkstoffe geforscht. Diese Basisarbeit honorierte das BMBF nun mit der Auswahl des Magdeburger Projektvorschlages zur weiteren Förderung.

Die Hochschule Magdeburg-Stendal gehört damit zu den elf in dieser Ausschreibung des Förderprogramms ausgewählten Forschungseinrichtungen in Ostdeutschland. Sie ist die einzige Fachhochschule unter den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der zweiten Phase berücksichtigten Forschungseinrichtungen. Das aktuelle BMBF-Programm „Forschung für den Markt im Team" zielt speziell auf den Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft.

So hat die Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) nun Ende Oktober die Zusage für die zweite Förderphase für ein Forschungsprojekt auf dem Gebiet der zerstörungsfreien Prüfung erhalten. Das BMBF fördert die Hochschule in den nächsten zwei Jahren mit einer Summe in Höhe von nahezu 1,8 Mio. Euro. „Die Hochschule Magdeburg-Stendal ist stolz auf dieses ForMaT-Projekt - auch deshalb, weil es Fachhochschulen schwerer haben, bei solchen Programmen berücksichtigt zu werden. Die Konkurrenz der forschungsintensiven Einrichtungen ist eben sehr groß", so Prof. Dr. Andreas Geiger, Rektor der Hochschule.

Weitere Information durch den Projektleiter Prof. Dr. Johann Hinken,
Tel.: 0391-886 47 19

Autor: Hans Peter Hahn


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