Aus für RFID-Chips bei hohen Produktionstemperaturen? Neue Alternativen lösen das lästige Hitzeproblem
RFID-Etiketten (Radio Frequency Identification) an CD-Verpackungen, Behältern oder Ausweisen haben längst unseren Alltag erobert. Ausgebremst waren die nützlichen Winzlinge allerdings bei hohen Produktionstemperaturen. Diese erlaubten es bislang nicht, metallische Bauteile in einem Arbeitsprozess mit RFID-Chips auszustatten. Fraunhofer-Forscher stellten auf der Euromold in Frankfurt (2. bis 5. Dezember 2009) die Alternative vor.
Hier war eine Verfahrensvariante zu sehen, mit der sich RFID-Funkchips zerstörungsfrei integrieren lassen.
Mit RFID-Chips lassen sich Objekte oder Waren kennzeichnen und automatisch per Funk identifizieren. Die Informationen können von einem entsprechenden Lesegerät ausgelesen und verarbeitet werden. Die smarten Label lassen sich bei Produktionsbedingungen bis zu 100 Grad Celsius aufbringen. Bei höheren Temperaturen, wie das etwa beim Laserschmelzen der Fall ist, werden sie zerstört. Dadurch werden metallische Bauteile bei über 1400 Grad Celsius mit Hilfe eines Lasers aus Edelstahlpulver gefertigt. Das schloss eine Kennzeichnung auf Funkbasis bislang aus.
Nun haben die Forscher vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen ein neues zerstörungsfreies Verfahren entwickelt. Sie nutzen dabei die Methode des "Rapid Manufacturing". Dabei wird das dreidimensionale CAD-Modell aus dem Computer direkt von einer Maschine Schicht für Schicht als Prototyp aufgebaut. Der Laser verschmilzt dann die Bereiche der Schicht, die später als festes Material vorliegen sollen. Im Anschluss wird die Bauplattform abgesenkt und der Ablauf beginnt erneut, bis das Bauteil fertig gestellt ist.
Diesen innovativen Prozess können die Fraunhofer-Wissenschaftler nun so steuern, dass der RFID-Chip eingebaut werden kann und völlig vom Material umschlossen ist.
„Das neue Verfahren bringt endlich Intelligenz in die Metallbauteile. In den Funketiketten kann man wichtige Informationen hinterlegen, etwa die Seriennummer oder das Herstellungsdatum. Die Unternehmen können damit beispielsweise hochpreisige Ersatzteile fälschungssicher machen", erläutert Projektleiter Claus Aumund-Kopp. Denn wer den Chip entfernen will, muss ihn zwangsweise zerstören.
Künftig ist aber nicht nur das Auslesen des Identifizierungscodes möglich. Auch das Speichern von Informationen während der Nutzungsphase ist denkbar. Potenzial sehen die Fachleuteauch in Verbindung mit Sensoren oder Aktoren. So lassen sich mit Hilfe von Temperatur- oder Dehnungssensoren thermische oder mechanische Belastungen der Bauteile erfassen.
Außerdem präsentiert die neue Fraunhofer-Allianz "Generative Fertigung" weitere Technologien und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Von den generativen Fertigungstechnologien und der Werkzeugherstellung über den Werkzeugeinsatz bis hin zur Reparatur. In der Allianz haben sich zehn Institute zusammengeschlossen.
Interessierte Unternehmen finden weitere Information unter www.generativ.fraunhofer.de
Autor: Hans Peter Hahn
