Paradigmenwechsel in den Standesämtern
In Grevesmühlen wurde erste Eheschließung elektronisch beurkundet
Die Standesämter in Deutschland verabschieden sich von den seit Jahrzenten geführten Personenstandsbüchern in Papier. Jede Beurkundung von Geburten, Eheschließungen, eingetragenen Lebenspartnerschaften und Sterbefällen wird fortan mit einer elektronischen Signatur des Standesbeamten versehen und in elektronischen Registern gespeichert.
In Mecklenburg-Vorpommern wurde jetzt im Standesamt der Stadt Grevesmühlen (Kreis Nordwestmecklenburg) die erste Ehe in das elektronische Personenstandsregister eingetragen. Der Standesbeamte erfasste die Beurkundungsdaten der frisch vermählten Eheleute direkt nach der vollzogenen Trauung elektronisch. Durch die Umstellung des Personenstandswesens findet für Mecklenburg-Vorpommern ein Paradigmenwechsel statt. Auf der Grundlage eines Bundesgesetzes wird, wie auch in den anderen Bundesländern, die Führung aller relevanten Personenstandsdaten in elektronischen Registern vollzogen. Dafür kommt ein komplexes IT-System aus mehreren Modulen zum Einsatz, das die gesetzlichen Anforderungen erfüllen muss. Die elektronischen Daten müssen, je nach Beurkundung, in Zeiträumen zwischen 30 und 110 Jahren lesbar und unveränderbar gespeichert werden.
„Mit Beginn der Beschaffung und Einführung für Mecklenburg-Vorpommern im August 2010 konnten wir in nur 17 Monaten die Bereitstellung einer ganzheitlichen Lösung umsetzen“, sagte Staatssekretär Thomas Lenz und ergänzte, dass für alle Standesämter ein landeseinheitliches und wirtschaftliches elektronisches Personenstandsregister zur Verfügung stehe und Mecklenburg-Vorpommern damit einen weiteren Schritt in Richtung moderne und effiziente Verwaltung getan habe.
