Ohne Turbo-Internet keine Entwicklung
NRW: Kreise fordern Breitbandanbindung des ländlichen Raums
Nordrhein-Westfalens Landräte, hier als Teilnehmer einer Veranstaltung zum Thema Breitbandförderung, wollen den ländlichen Raum schnell mit „Turbo-Internet" versorgt sehen.
Foto: Landkreistag Nordrhein-Westfalen
Damit der ländliche Raum als attraktiver Wirtschaftsstandort erhalten bleibt, ist der Ausbau eines schnellen, hochleistungsfähigen Datennetzes dringend erforderlich. Darauf wiesen Vertreter der nordrhein-westfälischen Kreise in Coesfeld bei einer Veranstaltung des Landkreistages Nordrhein-Westfalen (LKT NRW) zur Breitbandförderung hin. Sie forderten die Landesregierung auf, die Kommunen bei den Anstrengungen zum Ausbau des schnellen Internets besser zu unterstützen, zum Beispiel durch die Vergrößerung des Breitbandkompetenzzentrums NRW. „Eine schnelle und leistungsfähige Internetverbindung ist Voraussetzung für eine dynamische Wirtschaftsentwicklung. Sie wird in Zukunft so wichtig sein wie der Straßenbau und die Energieversorgung“, so LKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Klein.
Die Kommunen wollen den Ausbau und die Förderung einer hochleistungsfähigen Breitbandversorgung in den nächsten Jahren deutlich intensivieren. Sie sind vielfach bereits dazu übergegangen, den Ausbau der Technik vor Ort selbst voranzutreiben. Allerdings stoßen sie dabei an Grenzen: Es stellen sich zahlreiche technische, rechtliche und wirtschaftliche Fragen, die mit „Bordmitteln“ kaum bewältigt werden können. Ein personell besser ausgestattetes Breitbandkompetenzzentrum könnte nach Auffassung der Kreise diese Lücke schließen. Klein: „Das Zentrum in Niedersachsen ist trotz der geringeren Einwohnerzahl mehr als doppelt so groß als das in NRW.“ Damit die ländlichen Regionen in Nordrhein-Westfalen technisch und wirtschaftlich nicht abgehängt würden, brauche man nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch mehr Beratungsangebote, so der LKT-Repräsentant. Gerade bei der Bewältigung der teilweise sehr schwierigen europarechtlichen Fragestellungen oder der komplexen technischen Probleme wäre das der richtige Schritt.
Beispiel Kreis Coesfeld: Hier setzt man auf das Prinzip Vernetzung. „Wir erarbeiten gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen eine passgenaue Lösung für unsere Region – und zwar mit Hochdruck“, berichtete Landrat Konrad Püning. Zunächst wurden die vorhandene Breitbandinfrastruktur und die Breitbandversorgung im Kreisgebiet analysiert. Engpässe gibt es vor allem bei einigen Gewerbegebieten und kleineren Ortsteilen. „Die Kommunen entscheiden nun, ob, wie und wo die Breitbandversorgung verbessert werden soll. Der Kreis koordiniert und unterstützt die kommunalen Aktivitäten“, erläuterte Püning das Vorgehen. Dabei führen das geltende Beihilferecht, aber auch der oftmals schwierige Zugriff auf die Daten der Telekommunikationsunternehmen zu Hemmnissen. „Dennoch: Die Gemeinden sollten am Ball bleiben“, riet Landrat Püning den Teilnehmern.
