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Einkauf & Logistik | 02.08.2011

Carbon Footprint

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme – UNEP) definiert den Carbon Footprint folgendermaßen: „Der Carbon Footprint (CO2-Fußabdruck) ist eine Messgröße, welche angibt, in welchem Maße menschliche Aktivitäten die Umwelt durch Treibhausgasemissionen beeinflussen. Der Carbon Footprint wird in Einheiten von CO2-Äquivalenten ausgedrückt.“

Auf Unternehmen bezogen drückt der Carbon Footprint aus, welche Menge an im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit freigesetzten Treibhausgasen entsteht.

Wer Treibhausgase produziert

Weltweit werden die meisten Treibhausgase von Kraftwerken, die Kohle, Öl oder Gas verbrennen, ausgestoßen. Dieser Anteil überwiegt sogar den durch die Industrie oder Verkehr verursachten Ausstoß. Zusätzlich entstehen in der Landwirtschaft z.B. bei der Nahrungsproduktion oder der Tierhaltung Triebhausgase.

Warum der Carbon Footprint wichtig ist

Der Carbon Footprint ist ein wichtiges Instrument, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren, denn mithilfe des Carbon Footprint können Unternehmen ihren Beitrag zur CO2-Reduktion messen. Ist dieser Beitrag erst einmal erfasst bzw. gemessen, so können Maßnahmen ergriffen werden, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Für Unternehmen stellt sich in diesem Zusammenhang meist die Frage, ob eine solche Messung sinnvoll bzw. inwieweit sie mit Kosten verbunden ist. Der WWF argumentiert, dass durch eine einheitliche Erfassung Reduktionspotenziale erkannt und umgesetzt werden können. Außerdem sind die Kunden und Konsumenten zunehmend daran interessiert, dass Klimaschutz betrieben wird. Auch in diesem Zusammenhang ist es wichtig, eine nachvollziehbare Darstellung von emissionsreduzierten Produkten bieten zu können.

Warum Klimafreundlichkeit ein Wettbewerbsvorteil ist

Mittlerweile wird dies als Wettbewerbsvorteil im wachsenden Markt für klimafreundliche Angebote erkannt. Somit kann, nach Aussage des WWF, aktiver Klimaschutz zu einem Innovationsschub entlang der Wertschöpfungskette führen. Mittlerweile soll sogar eine gute CO2-Bilanz dazu führen, dass sich die Börsenwerte von Unternehmen erhöhen.

Das Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg postuliert zudem, dass das Management des CO2-Ausstoßes zum entscheidenden Wettbewerbs- und Erfolgsfaktor wird. Dies liegt nicht nur in den gesetzlichen Regelungen begründet, die es mittlerweile gibt, sondern auch in der gesteigerten öffentlichen Aufmerksamkeit, die Unternehmen dazu zwingen, sich mit der Emissionsintensität der Prozesse und Produkte zu befassen.

Damit ist die Messung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen ein wichtiger Faktor für mehr Wettbewerbsfähigkeit und stellt erhöhte Anforderungen an das Risikomanagement der Unternehmen.

Vorteile des Carbon Footprint für Unternehmen

Für ein Unternehmen bietet der Carbon Footprint folgende Vorteile:

  • Energieeinsparungen: Die gezielte Messung des Energieverbrauchs hat meist auch Energieeinsparungen zur Folge.
  • Performance: Prognosen auf der Basis der erfassten Daten erlauben ein besseres Management des Energieverbrauchs durch die Möglichkeit eines Soll-Ist-Abgleichs.
  • Produktbewusstsein: Studien belegen, dass durch die Kenntnis des produktbezogenen Energieverbrauchs innovative Produktentwicklungen in Gang gesetzt werden.
  • Geschäftsbeziehungen: Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten verbessern sich auf der Grundlage einer breiteren Datenbasis. Damit können auch steigende Kundenanforderungen eingehalten werden.
  • Compliance: Eine vertrauenswürdige Datenermittlung und Berichterstattung bildet die Grundlage für die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen.
  • Investitionsplanung: Kommerzielle Entscheidungen können auf der Basis des Carbon Footprint besser getroffen werden. Dies ist vor allem im Bereich Emissionshandel, bei CO2-Minderungsprojekten und hinsichtlich der Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz zu beobachten.

Berechnung des Carbon Footprint

Mittlerweile haben sich unterschiedliche Verfahren zur Berechnung des Carbon Footprint herausgebildet. Wichtig ist es hierbei, genau zu unterscheiden, was berechnet werden soll:

1. Product Carbon Footprint (PCF)

Der Product Carbon Footprint (PCF) berechnet die Treibhausgasemissionen eines einzelnen Produkts in einer definierten Anwendung und bezogen auf eine definierte Nutzungseinheit.

2. Corporate Carbon Footprint (CCF)

Der Corporate Carbon Footprint (CCF) bezieht sich auf die Bilanz einer ganzen Organisation (z.B. eines Unternehmens).

Unter beiden Begriffen versteht man die Bilanz der Treibhausgasemissionen über die gesamte Lebensdauer. Daneben können aber auch Privathaushalte ihren Carbon Footprint berechnen. Dieser setzt sich in der Regel aus unterschiedlichen Faktoren zusammen, wie z.B. Wohnen, Fortbewegung etc.

Unternehmen, die den PCF oder CCF ermitteln, profitieren von diesen Vorteilen:

  • Transparenz: Eine erhöhte Transparenz in der Wertschöpfungskette vor allem im Hinblick auf die vor- und nachgelagerten Prozesse sowie die beteiligten Akteure wird ermöglicht.
  • Bewusstsein: Die Höhe der Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette wird festgestellt. So können besonders emissionsreiche Phasen ermittelt werden.
  • Potenziale: Beginnend mit der Produktentwicklung können Potenziale für die Reduzierung der CO2-Emissionen identifiziert werden.
  • Impulse: Die Berechnung des Carbon Footprint kann wichtige Impulse zur Entwicklung einer eigenen Klimastrategie geben.

CO2-Rechner

Eine Vielzahl von Unternehmen bietet mittlerweile die Berechnung des Carbon Footprint an. Die Angebotspalette reicht hierbei von Online-Rechnern zu individuellen Berechnungen für ein einzelnes Unternehmen.

Das Unternehmen CO2OL z.B. bietet die CO2-Berechnung für Unternehmen und Privatkunden an. Während Unternehmen (aufgrund der hohen Komplexität) individuell berechnet werden müssen, können Privatkunden im Internet schnell und einfach ihren Footprint berechnen. Quelle: www.co2ol.de.

Die Reduzierung von Treibhausgasen ist ein Thema, an dem heute niemand mehr vorbeikommt – egal, ob es sich hierbei um Unternehmen oder Privatpersonen handelt.

Mittlerweile hat sich eine Vielzahl von Verfahren entwickelt, die alle dazu beitragen, klimafreundlich zu leben und zu produzieren. Mithilfe von CO2-Berechnungen können außerdem Einsparpotenziale aufgedeckt und Kosten reduziert werden.

Unternehmen, die auch zukünftig wettbewerbsfähig bleiben wollen, kümmern sich bereits heute um Klimaschutzaspekte und propagieren ihr klimabewusstes Handeln.

Soeben lasen Sie Auszüge aus einem Beitrag unserer Autorin Birgit Kluger. Der Beitrag stammt aus unserem Klassiker "Materialwirtschaft und Logistik". Nutzen Sie gleich mal die Kombination aus bewährtem Fachwissen, Trendbeiträgen und einem modernen Medium! Testen Sie Materialwirtschaft und Logistik online jetzt gratis.

 

 

 

 

 


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