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News | 27.08.2010

Schlecker: Kundendaten im Internet

Eine Datenbank mit Informationen über 150.000 Schlecker-Kunden war bis gestern frei im Internet verfügbar. Auch die E-Mail-Adressen von 7,1 Millionen Kunden waren dort einzusehen. Mit Datensicherheit und Privatsphäre kam das Unternehmen schon häufiger in Konflikt: Seit Jahren wird Schlecker dafür kritisiert, Mitarbeiter zu überwachen.

 

Datenschützer haben im Internet eine Datenbank mit 150.000 Einträgen von Schlecker-Online-Kunden gefunden. Das berichtet Süddeutsche.de unter Berufung auf die Bildzeitung. Die Datenbank sei frei zugänglich gewesen, jedermann habe von einem beliebigen PC aus darauf zugreifen können. 

 

Kundenprofile einsehbar

 

Die Datensätze gaben Auskunft über Namen, Adresse und Geschlecht der Schlecker-Kunden. An den Informationen ließ sich den Datenschützern zufolge auch ablesen, aus welchen Bereichen die Kunden Produkte bei Schlecker erwarben. Zusätzlich standen in der Datenbank die E-Mail-Adressen von 7,1 Millionen Kunden, die sich für den Newsletter eingetragen hatten. Internet-Kriminelle zahlen für solche Daten bares Geld: Die E-Mail-Adressen werden verwendet, um massenweise Spam-Mails zu versenden. Wer überdies die Kundendaten besitzt, kann die Kunden mit personalisierten Anschreiben dazu bringen, weitere Daten – etwa die Bankverbindung – preiszugeben.

 

Privatsphäre nicht geschützt

 

Dem Bericht zufolge habe der Dienstleister, der bei Schlecker für die Verwaltung der Daten zuständig sei, die Sicherheitslücke umgehend geschlossen, man wolle die betroffenen Kunden umfassend informieren. Wie Bild schreibt, betreut das Internet-Unternehmen, das die Schlecker-Daten ins Netz stellte, auch das Bundesverwaltungsgericht, die Allianz und den Parteivorstand der SPD.

 

Bereits im Frühjahr 2008 war Schlecker heftig kritisiert worden, die Privatsphäre und den Datenschutz nicht ernst zu nehmen. Gewerkschaften und Mitarbeiter hatten dem Unternehmen vorgeworfen, die Mitarbeiter systematisch auszuspähen. Angestellte bei Schlecker hatten von Bespitzelungen durch Detektive und Überwachung durch Videokameras berichtet. Im Januar 2010 wurden Vorwürfe der unzulässigen Kameraüberwachung der Mitarbeiter auch gegenüber der Schlecker-Tochter „Ihr Platz“ laut. Der Schlecker-Konzern hatte die Kritik stets zurückgewiesen.

 

Autor: dch

Quelle: Süddeutsche.de, Bild.de


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