SBR
[1] Abk. für Skill Based Routing , von engl. skill (Qualifikation, Fertigkeit). Insbesondere in Callcenter-Umgebungen genutzte Routingtechnik, mit deren Hilfe für jeden Anruf oder jede Kundeninteraktion ein Callcenter Agent mit den passenden Fähigkeiten (Skills) gefunden werden soll, etwa indem die Parameter des Kontakts (Anrufmedium, gewählte Rufnummer, anrufende Rufnummer) und der Wert des Anrufers/Kunden in Bezug gesetzt wird mit der Qualifikation (auch sprachlichen) eines Agents.
[2] Abk. für Spectral Band Replication, dt. Spektrale Bandbreitenerweiterung. Vom deutsch-schwedischen Unternehmen Coding Technologies (Nürnberg, Stockholm) stammendes, in ISO/IEC 14496-3/AMD 1 standardisiertes Codierverfahren, mit dem Audiocodecs die gleiche Qualität bei halber Bitrate erreichen. In der Praxis wird SBR mit einem Kerncodec kombiniert und sorgt für vorwärts- und rückwärtskompatible Effizienzsteigerung. Basierend auf der hohen Korrelation der oberen und der unteren Spektralanteile eines Audiosignals nutzt ein mit SBR gekoppelter Codec den Kern nur zur Codierung der niedrigen Frequenzen, während die hohen Frequenzen mit wenigen Zusatzinformationen (Overhead) mittels SBR codiert werden.
SBR wird bereits zur Effizienzsteigerung in mp3PRO , dem Nachfolger von MP3 ( MPEG Audio Layer 3 ), und in AAC-Plus , dem derzeit effizientesten Audiocodec weltweit, erfolgreich eingesetzt. SBR verkörpert damit die Schlüsseltechnologie für offene Multimediastandards, wie Digital Radio Mondiale ( DRM ), und ist Bestandteil von MPEG-4 .
http://www.codingtechnologies.com/products/sbr.htm
[3] Abk. für Statistical Bitrate , dt. Statistische Bitrate . In der von der Internationalen Fernmeldeunion ITU (International Telecommunication Union) in ITU-T I.371 spezifizierten Klassifikation von ATM-Diensten eine so genannte Dienstkategorie oder -klasse ( ATM Transfer Capability ) mit Diensten, bei denen Nutzerdaten ( Datenquelle ) mit variabler Bitrate übertragen werden können. Die Dienste dieser Klasse garantieren jedoch keine festen Zellverzögerungen ( Cell Transfer Delay , CTD ) und Zellverzögerungsschwankungen bzw. -jitter ( Cell Delay Variation , CDV ). Zur Verkehrsbeschreibung dienen die Spitzenzellrate ( Peak Cell Rate , PCR ) und die Dauerzellrate ( Sustainable Cell Rate , SCR ). Die Realisierung der ATM-Dienstklasse SBR kann mithilfe der Diensttypen AAL2 und AAL3/4 erfolgen. Bei AAL2 findet eine verbindungsorientierte Echtzeitübertragung statt, die die Einhaltung eines strengen Zeitbezuges zwischen Sender und Empfänger vorsieht. Bei AAL3/4 steht wahlweise eine verbindungsorientierte ( AAL3 ) oder eine verbindungslose ( AAL4 ) Anisochronübertragung – beide ohne Zeitbezug zwischen Sender und Empfänger – zur Verfügung. Hierbei ( AAL3/4 ) werden zwei Betriebsarten unterstützt: Message Mode und Streaming Mode . Der Message Mode gewährleistet einen gesicherten Übertragungsbetrieb, d.h. bei Datenverlust oder -fehlern wird erneut übertragen ( Fehlerkorrektur ). Der Streaming Mode ermöglicht lediglich einen ungesicherten Übertragungsbetrieb, d.h. ohne Fehlererkennungs- und Fehlerkorrekturmechanismen.
In der Terminologie des ATM-Forums (heute MFA Forum ) entspricht die Dienstklasse SBR der Kategorie „Non-Realtime – Variable Bitrate ( NRT-VBR ).
