MPEG-4
Im Jahr 1993 von der Moving Picture Experts Group ( MPEG ) gestartetes Standardisierungsprojekt. Ziel von MPEG-4 war ein Konzept zur objektorientierten audiovisuellen Multimediakommunikation. Die bei MPEG-4 eingesetzte Codierung komprimiert die Audio- und Videodatenströme derart, dass diese beispielsweise über ISDN-Leitungen zu übertragen sind. Damit liefert MPEG-4 die Basistechnik für Bildtelefonie und Videokonferenzen mit hoher Bildqualität. Die Codierung ergänzt die Bilddaten um eine Szenenbeschreibung ( Binary Format for Scene Description , BIFS ), wodurch es möglich ist, bewegte Bildpartien, beispielsweise Personen, zu identifizieren und nach frei wählbaren Vorgaben darzustellen. So kann das Wiedergabegerät Personen vom Hintergrund trennen und in eine virtuelle Kulisse einbetten. Ebenso ist es möglich, bewegten Partien im Bild besonders hohe Datenmengen zuzuweisen und den Rest quasi als Standbild mit erheblich weniger Daten zu übertragen und zu speichern. Ein breites Spektrum an Manipulationsmöglichkeiten beinhaltet MPEG-4 auch für den Ton, der sich u.a. mit synthetischen Tönen mischen und mit Hall oder Echo verfremden lässt. Im Jahr 1999 wurde MPEG-4 zum internationalen Standard erhoben. Seit der ersten Version wurden MPEG-4 mehrere Ergänzungen hinzugefügt. So wurde beispielsweise vom Joint Video Team ( JVT ), einer gemeinsamen Studiengruppe von ITU-T ( ITU Telecommunication – Standardization Sector), ISO/IEC und MPEG-Experten, das hinsichtlich der Codierungseffizienz verbesserte Advanced Video Coding (AVC) – auch MPEG-4 Part 10 genannt – spezifiziert.
http://graphics.cs.uni-sb.de/Courses/ws9900/cg-seminar/Ausarbeitung/Michael.Repplinger
