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Bell Graham

Alexander Graham Bell, geboren am 3. März 1847 in Edinburgh (Schottland), gestorben am 2. August 1922 bei Baddeck (Neuschottland, Kanada), Physiologe, Techniker und Erfinder. Der Vater Bells verstand es, seinen Sohn für seinen eigenen Beruf als Lehrer für Schwerhörige und Sprachbehinderte, zu interessieren. Nach Abschluss der Mittelschule nahm der junge Bell ein Medizinstudium an der Universität Edinburgh auf, das er aber bald unterbrach, um einige Jahre als Lehrer in Elgin tätig zu sein. Angeregt durch die Arbeiten des deutschen Physiologen und Physikers Hermann von Helmholtz (1821–1894) begann er dort seine ersten akustischen Versuche. Daran anschließend setzte Bell sein Studium an der Londoner Universität fort. Kurz nach Abschluss des Studiums wanderte Bell mit seinen Eltern im Jahr 1871 von seiner schottischen Heimat in die USA aus und wurde Bürger dieses Landes.

Hier übernahm Bell 1872 an der Universität Boston (Massachusetts) eine Lehrtätigkeit als Professor für Physiologie der Sprechwerkzeuge. Bei der Untersuchung von Fragen der Mechanik der Sprache konstruierte er den elektromagnetischen, mit abgestimmten Stimmgabeln arbeitenden „Harmonic-Telegraphen“, der sich aber nicht durchsetzen konnte. Erfolgreicher war Bell hingegen mit seinen Experimenten zur Übertragung von Sprachfrequenzen durch Induktionsströme am 2. Juni 1875 in Salem (Massachusetts). Die Ergebnisse dieser Experimente führten zum Funktionsprinzip des ersten technisch brauchbaren Telefons. Damit gewann Bell mit nur zwei Stunden Vorsprung seinen Erfinderstreit um das Erstrecht gegen den US-amerikanischen Physiker Elisha Gray (1835–1901), als er am 14. Februar 1876 das Patent auf sein Telefon erhielt.

Die von ihm gegründete Bell Company sollte das Telefonmonopol in den USA sichern helfen. Als Firmenzeichen wurde die aus einer Bell`schen Kinderzeichnung stammende und heute noch benutzte blaue Glocke eingeführt. Im härtesten Konkurrenzkampf, ausgelöst vor allem durch die 1869 gegründete Western Union Telegraph Company, die Thomas Alva Edison (1847–1931) auf ihrer Seite hatte, kam es zu rund 600 Patentprozessen. Bei dem am 3. März 1886 in Columbus (Ohio) von der US-Regierung gegen die Patentmacht der Bell Company eröffneten Prozess erinnerte man sich plötzlich als Kronzeugen für das Erstrecht der Erfindung des Telefons an den Deutschen Johann Philipp Reis (1834–1874). 1887 fällte der „Supreme Court“ in Washington ( DC ) das Abschlussurteil zu Gunsten der Bell Company. Erst nachdem 1893 das Bellsche Patent erloschen war, entfiel ein großes Hemmnis für eine positive Entwicklung der Telefontechnik.

Zu den weiteren Erfindungen Bells zählt ein in Konkurrenz zu Edison konstruierter „Phonograph“ mit geriffelter Wachswalze für spiralförmige Tonaufnahmen und das 1881 entwickelte „Photophon“ als Vorläufer der Lichtsprechgeräte und in gewissem Sinne auch des Tonfilms.

Populärwissenschaftliche Verdienste erwarb sich Bell mit der Gründung der Zeitschrift „Science“ und der „Amerikanischen Vereinigung für das Erlernen der Sprache “ sowie durch seine Mitarbeit an dem „Smithonian Institute“, eine 1846 in Washington gegründete „Einrichtung zur Vermehrung und Verbreitung des Wissens“.

Von der Londoner Royal Society 1913 mit der Hughes-Medaille ausgezeichnet, verstarb der sowohl erfinderisch erfolgreiche als auch geschäftlich ungehemmt handelnde Alexander Graham Bell Anfang 1922 im kanadischen Neuschottland im Alter von 75 Jahren. International fanden die wissenschaftlichen Leistungen Bells ihre Würdigung, indem für den Signalpegel die Einheit Bel (B) und Dezibel ( dB ) festgelegt wurde.


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