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Abramson

Norman Abramson, geboren am 1. April 1932 in Boston ( MA , USA), Physiker, Elektrotechniker und Unternehmer. Abramson begann seine wissenschaftliche Ausbildung am Harvard College in Boston, wo er 1953 den Bachelor in Physik erwarb. Danach ging er an die University of California in Los Angeles, an der er seine Ausbildung 1958 mit einer Promotion in Elektrotechnik abschloss. Anschließend lehrte Abramson als Assistant Professor und Visiting Professor für Elektrotechnik an der Stanford University in Kalifornien. Von 1967 bis 1968 folgte dann eine Tätigkeit als Visiting Professor für Ingenieurwesen und Angewandte Physik an der Harvard University in Boston.

Im Anschluss daran ging Abramson für 26 Jahre (1968–1994) als Professor für Elektrotechnik und Informatik an die University of Hawaii in Honolulu. Nach erfolgreicher Lehrtätigkeit übertrug man im 1970 die Leitung des ALOHA-Systems der Universität. Gleichzeitig (1975–1990) engagierte er sich als Fachberater für Satellitendatennetze für die Internationale Fernmeldeunion ( ITU ) in Genf sowie die UN-Organisationen UNESCO (UN Educational, Scientific and Cultural Organization) in Paris und UNDP (UN Development Programme) in Jakarta.

Im Jahr 1994 gründete Abramson die ALOHA Networks Inc. in San Francisco, in der er bis heute als Vizepräsident, Präsident und Vorsitzender des Board of Directors arbeitet.

Norman Abramson zählt zu den frühen Internet-Pionieren, der mit seinem Team 1970 als erster ein betriebsfähiges System entwickelte und publizierte, bei dem ein drahtloser paketvermittelter lokaler Internetzugang mit einer Summenbitrate von 56 kbit/s über einen Funkkanal im Fernsehband ( UHF ) möglich wurde – das noch heute (verbessert) in Betrieb befindliche ALOHA-System der University of Hawaii.

Das sogenannte ALOHA-Prinzip – von hawaiianisch „Aloha“, dt. etwa „Hallo“ – bildete die Grundlage für die ersten dezentralen Zugangsverfahren (Medienzugangsverfahren). ALOHA verzichtet auf eine zentrale Steuerung des Medienzugangs (z.B. des Funkkanals): Jede Station kann zu jeder Zeit Daten in Form eines, mit der Zieladresse versehenen, Datenpakets (Blocks) senden. Empfangsbereite Stationen hören das Medium ab und erkennen an der Zieladresse, ob Pakete an sie gerichtet sind. Dabei kann es jedoch zu Kollisionen kommen, wenn sich die Übertragungszeiten zweier Pakete unterschiedlicher Stationen überlappen. Diese Störungen werden von den beteiligten Stationen durch Abhören des Mediums erkannt, und nach einer jeweils zufällig ausgewählten Verzögerungszeit können beide Stationen ihre Übertragung wiederholen.

Abramson hat die Verkehrsleistung des ALOHA-Funkkanals mathematisch analysiert, seine wesentlichen Parameter hergeleitet und theoretisch und praktisch durch Implementierung des Systems seine Eignung für den drahtlosen Internetzugang bewiesen. Diese theoretischen Arbeiten haben viele weitere Arbeiten in diesem Gebiet angeregt. Ab 1973 hat er diese Technik für die kommerzielle Benutzung über geostationäre Satelliten weiterentwickelt und mit dem ALOHANET das erste moderne Datenfunknetz realisiert. Dieses Netz verfügte weltweit über den ersten Paketfunkempfänger, das erste Paketfunkrelais, das erste Paketfunk-Satellitensystem und den ersten drahtlosen Zugang zum Internet . Satellitennetze für den drahtlosen Internetzugang sind heute weltweit in Betrieb, beispielsweise das VSAT-System ( Very Small Aperture Terminal ).

ALOHA-Kanäle sind Bestandteil jedes Drahtlos- und Mobilfunknetzes und damit wahrscheinlich das am meisten verbreitete Zugangsverfahren . Gleichzeitig war das ALOHA-Prinzip der Wegbereiter für verwandte Zugangsverfahren oder –protokolle in lokalen Rechnernetzen der LAN-Klasse ( Local Area Network ). Bekanntester Vertreter dieser Protokolle ist das CSMA/CD ( Carrier Sense Multiple Access/with Collision Detection ).

Ende 1980 konnte Abramson seine Ideen erfolgreich auf die Nutzung von Code-Spreiztechnik ( Spreading Code ) in Kombination mit dem ALOHA-Prinzip ausweiten, wobei die Verkehrsleistung des Funkkanals erheblich verbessert werden konnte. Die entsprechenden Erkenntnisse sind heute u.a. auch in den Standard für das Mobilfunksystem der dritten Generation UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) eingeflossen.


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